PV-Freiflächenanlagen zur Erreichung
der Klimaziele unabdingbar

Für das österreichische Klimaziel, bis 2030 ausschließlich erneuerbaren Strom zu verbrauchen, ist ein umfassender Ausbau der Photovoltaik von 11 TWh notwendig. Durch die Errichtung von kleinen PV-Anlagen auf Dächern wird nur ein geringer Beitrag zur Zielerreichung geleistet. Es ist daher dringend erforderlich auch Freiflächen für die Solarstromproduktion zu nutzen. Neben der sauberen Energiegewinnung können so auch Lebensräume für bedrohte Pflanzen- und Tierarten geschützt werden, wie unser Solarkraftwerk Liesing zeigt. Bis 2030 investiert Wien Energie weitere 480 Mio. Euro in den Ausbau von 600 MW Photovoltaik. Die Errichtung von weiteren großen naturverträglichen PV-Freiflächenanlagen steht dabei im Fokus. Aktuell nehmen wir ein bis zwei Freiflächenanlagen pro Monat in Betrieb.

0
0 Mio.
0 MW

Hintergrundinformationen

Trotz großem Gebäudepotential ist es erforderlich auch Freiflächen für die Solarstromproduktion zu nutzen. PV-Anlagen in der Freifläche sollen in erster Linie auf Flächen ohne höherwertigen Nutzen angebracht werden. Darunter fallen Verkehrsflächen, Deponien, Gewerbe- und Industrieflächen oder Konversionsflächen oder auch minderwertige Agrarböden. Zweitrangig können PV-Anlagen auch umweltverträglich auf Grünflächen sowie auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundflächen angebracht werden, sofern die Produktion nicht beeinträchtigt wird.

  • Schutz von Lebensräumen & Förderung von Biodiversität: Mit der Errichtung von PV-Anlagen werden Grünflächen langfristig gesichert und sensible, artenreiche Lebensräume von Pflanzen und Tieren vor Versiegelung geschützt. Die Anlagenerrichtung auf Brach-, Konversionsflächen oder ehemaligen Deponien ermöglicht sogar eine Rückkehr von Biodiversität in diese sonst bereits sehr ausgedünnten Gebiete.
  • Sonderfall Agrarphotovoltaik – Steigerung der Flächeneffizienz: Der Schutz vor Hagel, Hitze und Austrocknung, den Agrarphotovoltaik-Anlagen dem darunterliegenden Ackerland bieten, führt zu Ertragssteigerungen um bis zu 60% bei der Ernte.
  • Keine Flächen- bzw. Bodenversiegelung: Durch den Verzicht auf Fundamente bleiben beim Bau von PV-Anlagen 99% der Bodenfläche unberührt.
  • Geringere Kosten: Die Errichtung von Freiflächen-PV ist wesentlich günstiger als der Bau von PV-Anlagen auf Dächern oder an Fassaden. Eine 100 kWp Anlage ist ca. 30-40% je installiertem kWp günstiger als eine 5 kWp Anlage. Grund dafür ist, dass Fixkosten (beispielsweise Dokumentation) oft unabhängig von der Anlagengröße anfallen und sich viele Kosten durch bessere Einkaufspreise bei großen Anlagen reduzieren. Dadurch ist die PV-Anlage in der Freifläche sowohl in der Anschaffung als auch später im Ertrag wesentlich effizienter.
  • Einfache Wartung: PV-Anlagen auf Freiflächen sprechen vor allem aufgrund der unkomplizierten, frei zugänglichen und somit kostengünstigeren Wartung sehr für sich. Im Vergleich zu PV-Anlagen auf Dächern ist hier ein viel schnelleres und einfacheres Arbeiten möglich.
  • Besserer Stromertrag durch optimale Ausrichtung: Da bei PV-Anlagen am Dach oft mehr Rücksicht auf die örtlichen Gegebenheiten und Baumöglichkeiten genommen werden muss, kann keine optimale Ausrichtung garantiert werden. In der Freifläche hingegen wird besonders auf die optimale Sonnenausrichtung geachtet, womit der maximale Energieertrag erreicht werden kann.
  • Sinnhafte Nutzung von Konversionsflächen: Abgesehen davon, dass PV-Anlagen auf Brach-, Konversionsflächen oder ehemaligen Deponien die Biodiversität fördern, stellt die Energiegewinnung mit optimaler Stromausbeute eine sinnvolle wirtschaftliche Nutzung von ertragsschwachen Flächen dar.

Unsere Forderungen

Angesichts der ambitionierten PV-Ausbauziele ist eine Förderung von Photovoltaik-Großanlagen notwendig. Diese soll im Erneuerbaren Ausbau Gesetz verankert werden. Wichtig ist dabei auch zu definieren, welche Flächenkategorien als förderwürdig gelten sollen.

Die Förderung von PV-Freiflächenanlagen größer 500 kWp sollte mittels variabler Marktprämie erfolgen, die in wettbewerblichen Ausschreibungen bestimmt wird. Ebenso sollte die Möglichkeit vorgesehen werden bestehende Anlagen ohne Verlust der Förderung zu erweitern.

  • Verkehrs- und Infrastrukturflächen wie beispielsweise Parkplätze, Straßen- und Schienenverkehrsanlagen sowie Verkehrsrandflächen
  • Deponien sowie Grundstücke von Abfallbehandlungsanlagen
  • Gewerbe- und Industrieflächen
  • Militär- und Konversionsflächen wie ehemalige Militärflugplätze
  • Grünflächen sowie land- und forstwirtschaftliche Grundflächen, sofern eine Doppelnutzung aus Stromerzeugung und agrarischer Produktion ermöglicht wird
Vera Immitzer

„Wir brauchen 15 GW Photovoltaik, damit wir das Ziel schaffen, bis 2030 die Stromversorgung Österreichs komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Dafür müssen wir alle uns zur Verfügung stehenden Anwendungsmöglichkeiten nutzen, von Anlagen auf Gebäuden über Anlagen auf der Freifläche bis hin zur Doppelnutzung in der Landwirtschaft. Um den Zubau voranzutreiben, braucht es Anreize die mit Bedacht gesetzt werden und grundsätzlich vereinfachte Rahmenbedingungen, um das vorhandene Potenzial auch tatsächlich nutzen zu können.“

Vera Immitzer, Geschäftsführerin Bundesverband Photovoltaic Austria

Weiterführende Informationen

Ihre Ansprechpartnerin

Lisa Henhofer
Lisa Henhofer

Diese Themen könnten Sie auch noch interessieren

Agrarphotovoltaik
PV im Mehrparteienhaus
Erneuerbaren Ausbau Gesetz

Verwandte Artikel

2020-02-07T11:43:47+01:00

Viertel Zwei

Im Stadtentwicklungsgebiet VIERTEL ZWEI testet Wien Energie mit innovative Mobilitäts-, Energie- und Wohnkonzepte das urbane Leben der Zukunft. Dabei ist auch die erste Energiegemeinschaft Österreichs entstanden. Die BewohnerInnen handeln untereinander selbst erzeugten Sonnenstrom mittels Blockchain.