Wir versorgen Wien sicher mit Strom und Wärme

Die gesicherte Versorgung der Menschen in Österreich mit Strom muss die oberste Maxime der Energiepolitik sein. Österreich liegt dabei mit einem Versorgungssicherheitsgrad von 99,99% im internationalen Spitzenfeld. Dies ist nicht nur für die Bevölkerung wichtig, sondern auch ein wesentlicher Standortvorteil für die heimische Wirtschaft. Sollte die Versorgungssicherheit unterbrochen werden, entstehen auch enorme Kosten von bis zu 1,2 Mrd. Euro pro Tag. Auch für Wien Energie ist die sichere Versorgung mit Strom und Wärme das wichtigste Ziel. Bis 2023 investieren wir daher 380 Mio. Euro in Maßnahmen zur Sicherung der Versorgungssicherheit.

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Hintergrundinformationen

Um ein stabiles Stromnetz zu gewährleisten, ist jederzeit ein Gleichgewicht von Stromerzeugung und Stromverbrauch erforderlich. Das Ziel der #mission2030 der 100%igen bilanziellen Stromversorgung durch erneuerbare Energie erfordert daher ausreichende Ausgleichs- und Regelenergiekapazitäten, um die Angebotsschwankungen der volatilen Erneuerbaren auszugleichen. Gelingt das nicht, drohen Versorgungslücken und damit ein immenser volkswirtschaftlicher Schaden.

Bei nahezu 100% erneuerbarer Stromerzeugung sind große Versorgungslücken über die Wintermonate absehbar. Diese können laut Berechnungen der Österreichischen Energieagentur (AEA) 6.000 MW über mehrere Tage betragen. Dies ist fast dreimal so viel wie die Leistung aller österreichischen Donaukraftwerke (2.234 MW). Die effizienteste und günstigste Möglichkeit zur Deckung dieser Lücken sind die hocheffizienten KWK-Anlagen. Batterie- oder Pumpspeicher können Versorgungslücken dieser Größe und Dauer nicht überbrücken. Kurzfristige Lastspitzen können noch deutlich höher ausfallen.

Hocheffiziente KWK-Anlagen stellen die Versorgungssicherheit sowohl bei Wärme als auch bei Strom sicher. Durch die kombinierte Erzeugung von Strom und Wärme wird zudem Primärenergie und damit CO2 eingespart. Die Zahl der KWK-Einsätze zur Netzstabilisierung haben sich in den vergangenen Jahren verzehnfacht. Alleine im heißen August 2018 wurden die KWK-Anlagen der Wien Energie 45 Mal vom österreichischen Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) zur Stabilisierung des Stromnetzes abgerufen. Ursprünglich handelte es sich dabei um eine Notfallmaßnahme, die jedoch mittlerweile zur Regel geworden ist.

Viele thermische Kraftwerke in Österreich erreichen mittelfristig das Ende ihrer Lebensdauer. Zudem werden hocheffiziente KWK-Anlagen durch die Verwerfungen am Strommarkt aus dem Markt gedrängt. Dabei sind hocheffiziente KWK Anlagen der effizienteste Weg zur sicheren Integration der Erneuerbaren in das Stromsystem. Auch sind KWK-Betreiber in Österreich gegenüber anderen Ländern, die KWK-Anlagen fördern, erheblich benachteiligt. Da die Inbetriebnahme neuer Anlagen eine Vorlaufzeit von ca. sieben Jahren ab Investitionsentscheidung hat, müssen die notwendigen Rahmenbedingungen für Investitionen schon heute geschaffen werden.

Damit es im Fall von Netzschwankungen nicht zu Versorgungslücken kommt, muss die APG als Regelzonenführer gewährleisten, dass jederzeit genügend Ausgleichsenergie zur Verfügung steht. Die APG hat daher mit einigen Kraftwerksbetreibern bereits 3-Jahres-Verträge abgeschlossen, um Kraftwerksleistung abrufen zu können. Aufgrund der kurzen Laufzeit der Verträge und der damit verbundenen mangelnden Planungssicherheit ist es keinem Energieunternehmen möglich, sinnvolle Investitionsentscheidungen zu treffen.

Wir sind der Meinung, dass es unverantwortlich ist, sich bei der Versorgungssicherheit auf Importe zu verlassen. Hier stehen alle Länder Europas vor den gleichen Herausforderungen. Im kalten Winter 2017, in dem die Versorgungslage in Österreich angespannt war, waren beispielsweise nur Deutschland und Tschechien exportfähig. Deutschland plant aber für das Jahr 2030 eine Unterdeckung von sechs bis knapp 30 TWh gegenüber einem heutigen Exportüberschuss von etwa 50 TWh. Auch Tschechien plant seine Exporte von heute 20 TWh auf drei TWh im Jahr 2030 zu reduzieren. Das zeigt klar, dass die Herausforderung der Versorgungssicherheit innerhalb von Österreich gelöst werden muss.

Unsere Forderungen

Für die langfristige Sicherstellung der Versorgungssicherheit müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es erlauben hocheffiziente KWK-Anlagen zu betreiben und in neue Kapazitäten zu investieren.

Um den Bestand zu sichern, sollten Betriebsförderungen für hocheffiziente KWK-Anlagen möglich sein. Für neue Anlagen sollten zudem Rahmenbedingungen geschaffen werden, die nach deutschem Vorbild die Neuinvestitionen in KWKs ermöglichen. Alle KWK-Anlagen können zudem zukünftig mit Grünem Gas betrieben werden.

Der wichtigste Punkt ist, dass die Verträge langfristig sind. Die Ausschreibungen dieser Verträge sollte zudem technologieneutral erfolgen und sich an den Kriterien der Kosten- und Energieeffizienz orientieren. Es sind jedoch Erzeugungsanlagen, in denen erneuerbare Energiequellen eingesetzt werden, sowie effizientere Anlagen vorrangig zu berücksichtigen. Bei KWK-Anlagen muss zudem die Sicherheit der Fernwärmeversorgung mitberücksichtigt werden.

E-CONTROL

„Es muss ein System geben, das den Erhalt sicherer Kraftwerksleistung gewährleistet. Solche Kraftwerke können sich nicht über große Energiemengen finanzieren, sondern die Bereitstellung der Leistung als Rückversicherung muss entsprechend bezahlt werden.“

Andreas Eigenbauer, Vorstand E-Control Austria

Weiterführende Informationen

Ihr Ansprechpartner

Tobias Rieder
Tobias Rieder

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