Österreich am Weg zu 100% Ökostrom

Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, den Stromverbrauch 2030 zu 100% (bilanziell) aus erneuerbaren Energien abzudecken. Um dies erreichen zu können, ist ein neues Fördergesetz in Bearbeitung – das „Erneuerbaren Ausbau Gesetz“ (EAG). Dieses Gesetz folgt dem Ökostromgesetz 2012 nach und sollte ursprünglich mit 1. Jänner 2020 kommen. Die neue Umweltministerin Leonore Gewessler will das lang ersehnte Gesetz nun Anfang 2021 in Kraft treten lassen. Auch Wien Energie setzt massiv auf Erneuerbare. Bis 2023 investieren wir 500 Mio. Euro in erneuerbare Energieträger.

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Hintergrundinformationen

Im Regierungsprogramm 2020-2024 ist das Ziel verankert, den elektrischen Gesamtverbrauch 2030 national bilanziell zu 100% aus Erneuerbaren zu decken. Bis 2030 werden dafür 27 TWh zusätzlicher Strom aus Erneuerbaren benötigt. Die Photovoltaik-Erzeugungskapazität soll um 11 TWh erweitert werden, bei der Windkraft beträgt das Ausbauziel 10 TWh, bei Wasserkraft 5 TWh (wobei eine am ökologischen Potential orientierte Aufteilung zwischen Kleinwasserkraft und Großwasserkraft vorzunehmen ist) und bei Biomasse 1 TWh.

Nachstehende Grafik zeigt den notwendigen Erneuerbaren-Ausbau, um das 2030-Stromziel zu erreichen.

Erneuerbaren Ausbau bis 2030

Unsere Forderungen

Wien Energie unterstützt die Ziele der Bundesregierung und den Ausbau der erneuerbaren Energie. Um dies effizient und unter Beibehaltung der Versorgungssicherheit erreichen zu können, sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

Der Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung führt zu tageszeitlichen und saisonalen Versorgungslücken. Um diese abdecken zu können, werden flexible thermische Kraftwerke benötigt. Um die Vorhaltung von flexibel einsetzbaren Kraftwerken für diese Zeiträume langfristig zu gewährleisten, muss für die Kraftwerksbetreiber Planungssicherheit geschaffen und die Vorhaltung wirtschaftlich abgegolten werden.

Hinsichtlich der Entwicklung eines neuen Ökostrom-Fördersystems schlägt Wien Energie ein Fördermodell vor, das den Schwerpunkt auf die Unterstützung durch variable Marktprämien mit Ausschreibung legt. Die Vergütungsdauer für die Marktprämien soll sich auf einen Zeitraum von 20 Jahren belaufen. Weitere Eckpunkte sind:

  • Die Vergabe der Fördermittel soll durch nachhaltig angelegte technologiespezifische Ausschreibungsverfahren für Windkraft und feste Biomasse-KWK-Anlagen, Photovoltaik-Anlagen mit einer Ausbauleistung zwischen 500 kWp und 5 MW und Wasserkraftanlagen größer 1 MW erfolgen.
  • Vor der Teilnahme an einer Ausschreibung müssen strenge Kriterien erfüllt werden, um die Realisierung der Projekte zu gewährleisten.
  • Aufgrund einer Vielzahl an Akteuren im Bereich der PV-Kleinanlagen erscheinen Investitionsförderungen als sinnvoll, da diese einfacher administrierbar sind.
  • Für bestehende große Biomasse-Anlagen muss ein System der Bestandsicherung – unabhängig von einer möglichen Zwischenlösung – im EAG gewährleistet werden.

Um das Ziel der Bundesregierung erreichen zu können, muss massiv in Photovoltaik investiert werden. Um die notwendigen Flächen sicherzustellen, sollte daher die Möglichkeit zur Förderung auf folgenden Flächen gegeben sein:

  • Anlagen auf oder an einem Gebäude, einer baulichen Anlage oder Betriebsfläche
  • Anlagen auf einer bestehenden Erzeugungsanlage oder im davon betroffenen Nahebereich
  • Anlagen auf einem Stellplatz, einer Verkehrsfläche oder einem Straßenbankett
  • Anlagen auf einer Deponie.

Weiterführende Informationen

Ihr Ansprechpartner

Tobias Rieder
Tobias Rieder

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