Die Autos der Zukunft

Die Elektromobilität gewinnt auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene zunehmend an Bedeutung. Grund dafür ist unter anderem das neue EU-Flottenziel, die CO2-Emissionen bei PKWs und leichten Nutzfahrzeugen bis 2030 um 37,5% zu senken. Während die Zulassungszahlen von PKWs in Österreich im Allgemeinen sinken, steigen die zugelassen Elektroautos rasant an. Um das EU-Ziel zu erreichen, müssen in Österreich 590.000 E-Autos bis 2030 auf den Straßen unterwegs sein. Wien Energie sorgt als Infrastrukturbetreiber für die nötigen Rahmenbedingungen, damit Elektroautos auch in Wien im breiten Markt ankommen können.

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Hintergrundinformationen

Die Elektromobilität ist ein zentraler Hebel für die Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Auch Politik und Wirtschaft haben das große Potenzial dieser Technologie erkannt. Neben der Reduktion der CO2-Emissionen haben Elektroautos noch viele weitere positive Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

Bei Wien Energie Ladestationen wird ausschließlich erneuerbarer Strom getankt. Um dem steigenden Stromverbrauch, der mit mehr Elektroautos einhergeht, gerecht zu werden, ist auch ein Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung in Österreich notwendig. Der Branchenverband Oesterreichs Energie hat in diesem Zusammenhang errechnet, wie viel zusätzlicher erneuerbarer Strom bis 2030 notwendig sein wird, um den erhöhten Stromverbrauch mit Erneuerbaren decken zu können. Als Österreichs größter Energiedienstleister trägt Wien Energie maßgeblich dazu bei, diese Ausbaupläne zu erfüllen und investiert in den nächsten fünf Jahren 500 Mio. Euro in erneuerbare Energien.

Elektroautos können netzdienlich eingesetzt werden und als Pufferspeicher für die fluktuierende Stromerzeugung dienen. Somit können E-Autos einen positiven Beitrag zur Netzstabilität leisten, sofern diese mit einer intelligenten Ladeinfrastruktur kombiniert werden.

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die CO2-Bilanz von E-Autos über den gesamten Lebenszyklus, also vom Rohstoffabbau bis zur Entsorgung, der Bilanz von Verbrennern weit überlegen ist. Einen wesentlichen Einfluss darauf, wie gut die Ökobilanz der E-Fahrzeuge ist, hat der Strommix. In Österreich werden ca. 80% des Stroms aus Erneuerbaren gewonnen. Laut offiziellen Berechnungen des Umweltbundesamts stößt ein Elektroauto in Österreich weniger als halb so viel Treibhausgase aus wie ein Benziner. Auch die Akku-Herstellung ist in diesen Berechnungen inkludiert. In Europa, wo der Erneuerbaren-Anteil bei durchschnittlich 40% liegt, ist die Ökobilanz des E-Autos ebenfalls besser als die Bilanz von Verbrennern.

Elektromotoren arbeiten leise und sind lokal abgasfrei, emittieren also im Betrieb selbst keine Luftschadstoffe. Damit reduzieren sie neben Verkehrslärm auch die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide (NOX). Besonders im urbanen Raum ist das ein massiver Vorteil. Die Luftqualität wird dadurch um ein Vielfaches verbessert. Zusätzlich wird der Lärm in der Stadt massiv reduziert. Der Umstieg auf E-Mobilität hat also nicht nur langfristig einen positiven Einfluss auf das Klima, sondern auch unmittelbar auf die Umwelt und Lebensqualität der Menschen.

Auch die Wasserstofftechnologie wird in der öffentlichen Debatte häufig als wichtiger Hebel zur CO2-Reduktion diskutiert. Aus Sicht von ExpertInnen herrscht hier Einigkeit darüber, dass Wasserstoff im Verkehrssektor vor allem im Schwerverkehr und in der Industrie zum Einsatz kommen wird. Für den Individualverkehr eignet sich die Elektromobilität wesentlich besser, da die Technologie schon ausgereifter und damit effizienter sowie kostengünstiger ist.

Christian Gratzer

„In der Gesamtbilanz inklusive Batterieherstellung verursacht ein E-Auto, das mit Ökostrom fährt, um drei Viertel weniger Treibhausgase als ein Diesel-Pkw. Besser schneiden nur Öffis und Fahrrad ab.“

Christian Gratzer, VCÖ - Mobilität mit Zukunft

Unsere Forderungen

Elektroautos sind ein notwendiger Puzzlestein zur Erreichung der Klimaziele. Damit die Elektromobilität für den breiten Markt attraktiv wird und so ihr volles Klimaschutzpotential entfalten kann, müssen aber seitens Autoindustrie und Politik noch entsprechende Anstrengungen unternommen werden.

Kundenbefragungen zeigen ganz klar, dass eines der größten Hemmnisse für den Kauf von Elektroautos die aktuelle Marktlage bei Elektrofahrzeugen ist. Vor allem die Wartezeiten von ein bis zwei Jahren auf ein neues Fahrzeug schrecken häufig vom Kauf ab. Grund dafür ist die hohe Nachfrage bei geringem Angebot. Für die geringe Anzahl an E-Autos wurde in der Vergangenheit von der Automobilindustrie häufig die mangelnde Ladeinfrastruktur als Grund genannt. Diese ist jetzt flächendeckend verfügbar. Daher muss seitens der Automobilindustrie gehandelt werden und attraktive Angebote für die KundInnen erstellt werden.

Damit E-Autos auch für den breiten Markt attraktiv werden, muss sich der Umstieg für die EndkundInnen auch finanziell lohnen. Über die gesamte Nutzungsdauer sind die Elektroautos zwar schon wesentlich günstiger als Verbrenner, die hohen Anschaffungskosten haben allerdings nach wie vor eine abschreckende Wirkung. Daher fordert Wien Energie, Elektroautos nach norwegischem Vorbild steuerlich zu begünstigen und die Ankaufsprämie auch in Zukunft weiterzuführen.

Weiterführende Informationen

Ihr Ansprechpartner

Micha Gruber
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