Wien wird fit für die Zukunft

Österreich muss bis 2025 eine flächendeckende Gigabit-fähige Breitbandinfrastruktur bereitstellen. Dies umfasst einerseits den Ausbau von mobilen 5G-Netzen und andererseits den Ausbau des Glasfasernetzes. Dieses Ziel wurde auch auf europäischer Ebene in der Strategie für einen digitalen Binnenmarkt für Europa verankert. Wir bauen das Gigabit-fähige Glasfasernetz Wiens weiter aus und errichten damit die Infrastruktur für das digitale Zeitalter. Somit leisten wir einen Beitrag, um das Glasfaserinternet für alle WienerInnen zu ermöglichen. Wien Energie verfügt momentan über ein Glasfasernetz von über 2.800 km, das ständig erweitert wird. Bis 2030 werden von uns Glasfaseranschlüsse für bis zu 100.000 Wohnungen errichtet.

0 km
0
0

Hintergrundinformationen

Heutzutage gehören Glasfasernetze genauso zur grundlegenden Infrastruktur einer Stadt, wie die Energieversorgung, die Abfallwirtschaft oder die Versorgung mit Trinkwasser. Der Ausbau der Breitbandnetze ist für Wien eine entscheidende Voraussetzung, um auch in Zukunft im Wettbewerb mit anderen europäischen Großstädten bestehen zu können. Die Breitbandnetze stellen auch die Basisinfrastruktur für künftige 5G– und Internet of Things-Dienste dar. Dies ist auch eine Grundvoraussetzung, um autonomes Fahren zu ermöglichen.

Unter Breitbandinfrastruktur sind ultraschnelle Internetzugänge zu verstehen, die eine verhältnismäßig hohe Datenübertragungsrate aufweisen. Da das Potential der klassischen Kupferverkabelung an seine Grenzen stößt, wird künftig vermehrt auf den flächendeckenden Ausbau von Glasfasernetzen gesetzt, der jedoch hohe Investitionen erfordert. Mit Glasfaser-Internet sind Datenraten von über einem Gigabit pro Sekunde möglich. Im Vergleich zur Kupferverkabelung weisen sie somit eine erheblich höhere maximale Bandbreite auf und gelten somit als zukunftssichere Internettechnologie.

Die EU-Strategie für einen digitalen Binnenmarkt in Europa sieht vor, dass alle europäischen Privathaushalte bis 2025 einen Internetanschluss mit einer Empfangsgeschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s haben, der auf Gigabit-Geschwindigkeit aufgerüstet werden kann. Stadtgebiete sowie Hauptverkehrsverbindungen sollen durchgängig mit einer 5G-Anbindung versorgt werden. Hierzu hat die EU einen eigenen Aktionsplan „5G für Europa“ vorgelegt, der den Weg zum Rollout der fünften Mobilfunkgeneration aufzeigt.

Um diese Strategien umzusetzen, hat die EU die Richtlinie zur Regelung der Telekommunikationsbranche geändert. Dieser Kodex für elektronische Kommunikation muss bis Ende 2020 von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden.

Die Breitbandstrategie 2030 formuliert die nationalen Rahmenbedingungen, um Österreich in die „Gigabit-Gesellschaft“ zu führen. Diese wurde im August 2019 veröffentlicht. Die wichtigsten groben Vorhaben lauten:

  • Beschleunigung des Glasfaserausbaus
  • Errichtung einer gemeinsamen Plattform zur Evaluierung des Infrastrukturausbaus
  • Vereinfachungen von Genehmigungsverfahren (z.B. Frequenzvergaben)
  • Weiterentwicklung von Fördermodellen
Florian Schnurer

EVUs und Stadtwerke tragen einen ganz wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Ziele der Breitbandstrategie 2030 bei. Denn diese, allen voran die Wien Energie, haben bereits frühzeitig auf den Ausbau von Glasfasernetzen gesetzt, die jetzt als gigabitfähige Technologie die Grundlage für mobiles und festes Breitbandinternet darstellen.

Florian Schnurer, Geschäftsführer Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber

Unsere Forderungen

Wien Energie unterstützt das Ziel der flächendeckenden Verfügbarkeit von ultraschnellem Breitbandinternet und unterstreicht die Glasfasertechnologie als einzig zukunftssichere Internettechnologie. Ohne Investitionen (privater) Betreiber ist die Zielerreichung jedoch nicht möglich. Es bedarf daher weiterer Investitionsanreize, um den Ausbau des Breitbandinternets vorantreiben zu können. Von zentraler Bedeutung ist auch eine stärkere Einbeziehung der Wohnbauwirtschaft.

Die Errichtung der Glasfasernetze muss auch in Zukunft gefördert werden. Des Weiteren müssen konkrete Anreize geschaffen werden, um die Investitionsbereitschaft in Gigabit-fähige Netze der Betreiber zu aktivieren.

Das Fehlen der notwendigen Infrastruktur (insbesondere Leerverrohrungen) in Gebäuden ist ein wesentliches Hemmnis, um Glasfaserinternet bis zum Kunden (Fibre-to-the-home) bringen zu können. Die Anschlussfähigkeit an Glasfaserinternet sollte heute als selbstverständlicher Teil jeder Gebäudeinfrastruktur gelten. Daher fordern wir die Verankerung der FTTH-Infrastruktur in der OIB-Richtlinie und Wiener Bauordnung. Dies ist notwendig, um auch die Wohnbauträger und nicht ausschließlich die Telekommunikationsbetreiber zu motivieren in den Glasfaserausbau zu investieren. Nur gemeinsam mit der Wohnwirtschaft ist es möglich KundInnen rasch und nachhaltig mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen.

Weiterführende Informationen

Ihre Ansprechpartnerin

Lisa Henhofer
Lisa Henhofer

Diese Themen könnten Sie auch noch interessieren

Bauordnung
PV im Mehrparteienhaus
Private Ladeinfrastruktur

Verwandte Artikel

2019-10-10T14:30:16+02:00

Studie: Die Jobs der Zukunft

Digitalisierung, Dekarbonisierung und dezentrale Energieerzeugung prägen die Energiebranche. In Kombination führen diese Faktoren zu den größten Veränderungen in der Arbeitswelt seit Jahrzehnten: Es kommt zur Umwälzung eines gesamten Industriezweiges, zeigt eine aktuelle Studie von Wien Energie.