Glossar

Hier finden Sie Erläuterungen zu den wichtigsten Fachbegriffen und Abkürzungen der Energiewirtschaft und -politik. 

   A

Anergienetz
Ein Anergienetz besteht aus Wärmequellen (Solarkollektoren, Abwärme aus Kühlung), Wärmespeicher (Erdwärmesonden) und Wärmeverbraucher (angeschlossenen Gebäuden mit Wärmepumpen). Diese Anlagenteile werden mit einer einfachen Rohrleitung miteinander verbunden, wodurch das Wasser mit einer Temperatur von 4-20 Grad Celsius fließt. Das Wasser transportiert die Anergie und kann mit Hilfe der Wärmepumpe zum Heizen oder Kühlen verwendet werden.

Ausgleichs- und Regelenergiekapazitäten
Ausgleichsenergie wird benötigt, wenn es zu (unvorhergesehenen) Schwankungen im Energieverbrauch (z.B. durch den Ausfall eines Kraftwerks) innerhalb einer Regelzone kommt. Sie dient dazu das Gleichgewicht zwischen Einspeisung und Verbrauch kurzzeitig auszugleichen.

Ausschreibung
Beim Ausschreibungsmodell werden gewisse Kapazitäten an erneuerbaren Energien definiert und öffentlich ausgeschrieben. Energieversorger können sich auf diese Ausschreibungen mit Kraftwerken oder Projekten bewerben. Entscheidend ist dabei, zu welchem Preis die Unternehmen die erneuerbare Energie anbieten können.

   B

Bauteilaktivierung
Bei der thermischen Bauteilaktivierung werden Rohrleitungen in massiven Bauteilen verlegt, durch die Wasser als Heiz- bzw. Kühlmedium fließt. Die aktivierten Bauteile nehmen über ihre gesamte Fläche Wärme auf oder geben sie wieder ab – je nach Heiz- oder Kühlsituation.

Bifaziale Solarmodule
Bifaziale bzw. zweigesichtige PV-Module nutzen die Sonneneinstrahlung sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite der Module zur Stromerzeugung. Die bifazialen Module sind in der Regel vertikal anstatt horizontal ausgerichtet. Abhängig vom Rückstrahlvermögen (Albedo) des Untergrundes und dem Abstand der Module können bifaziale höhere Stromerträge erzielen als herkömmliche Module – insbesondere morgens und abends, wenn die Sonne sehr flach steht.

Blockchain
Eine Blockchain ist eine digitale, dezentrale Datenbank für Transaktionen zwischen einer oder mehreren Parteien. Die Datenblöcke der Transaktionen („block“) werden miteinander verknüpft und verkettet („chain“) und über die Zeit weiter fortgeschrieben. Die Datenbank liegt nicht auf einem einzelnen Server, sondern auf vielen Rechnern. Dadurch ist sie manipulationssicher.

Brennwert
Der Brennwert gibt die gesamte enthaltene chemisch-gebundene Energie in einem Stoff an, welche dann z.B. durch Verbrennung freigesetzt wird.

   C

CCS
CCS steht im Englischen für Carbon Capture and Storage und umfasst Verfahren, bei denen das entstehende CO2 (z.B. aus Kraftwerksabgasen) abgeschieden und dauerhaft unterirdisch gelagert wird. So wird verhindert, dass das CO2 in die Atmosphäre gelangt.

   D

Dekarbonisierung
Die Dekarbonisierung bezeichnet die Abkehr von kohlenstoffhaltigen bzw. fossilen Energieträgern in der Energiewirtschaft. Ziel ist es, diese Energieträger durch erneuerbare Energie zu ersetzen.

Demand-Side-Management
Das Demand-Side-Management steuert die Nachfrage nach netzgebundenen Dienstleistungen (wie z.B. dem Energieverbrauch) bei Abnehmern in Industrie, Gewerbe und Privathaushalten. Mittels Demand-Side-Management kommt es zu einer Verringerung der Nachfrage, ohne das Netzangebot (z.B. die Energieerzeugung) erhöhen zu müssen.

   E

Eigenstromsteuer
Die Eigenstromsteuer hebt Abgaben und Gebühren für selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom ein.

Elektrizitätsabgabe
Die Elektrizitätsabgabe ist die Besteuerung elektrischer Energie und beträgt derzeit 1,5 Cent pro Kilowattstunde. Diese ist an das Finanzamt abzuliefern.

ElWOG
Das Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz (ElWOG) ist ein Bundesgesetz, mit dem die Organisation auf dem Gebiet der Elektrizitätswirtschaft geregelt wird. Es beinhaltet unter anderem Bestimmungen zur Entflechtung, Regelungen für Erzeugungsanlagen, Konsumentenschutzbestimmungen sowie Rechte und Pflichten der MarktteilnehmerInnen und bildet allgemein den rechtlichen Rahmen des liberalisierten Strommarktes in Österreich.

Endenergie
Die Endenergie ist die dem Endverbraucher/der Endverbraucherin nach Erzeugung und Verteilung zur Verfügung stehende Energie. Als Endenergie wird der Teil der Primärenergie bezeichnet, der dem Verbraucher/der Verbraucherin nach Abzug von Transport- und Umwandlungsverlusten zur Verfügung steht.

ETS
Das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) ist das zentrale Klimaschutzinstrument der EU-Klimapolitik. Es beschränkt die Menge an Treibhausgasen, die von energieintensiven Industrien, Kraftwerken und Luftfahrtunternehmen verursacht werden dürfen. Innerhalb dieser Obergrenze erhalten bzw. erwerben Unternehmen Emissionszertifikate, mit denen sie handeln können.

   F

FTTH | Fiber to the Home
FTTH
bedeutet, dass das Glasfaserkabel direkt bis in die Wohnung verlegt wird. In der Regel endet das Glasfaserkabel in einer Anschlussdose in der Wand. Im  Vergleich dazu, endet bei FTTC (Fiber to the Curb) das Glasfaserkabel schon in einem Kabelverzweiger am Straßenrand. FTTB (Fiber to the Building) bedeutet, dass das Glasfaserkabel in dem Gebäude endet (am Hausübergabepunkt). Bei FTTD (Fiber to the Desk) handelt es sich um eine „Vollverglasung“, bei der das Glasfaserkabel bis zum Endgerät gelegt wird.

   G

Governance-Verordnung
Die EU-Governance-Verordnung stellt die Einhaltung der Energie- und Klimaziele der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten bis 2030 sicher. Diese Ziele mussten von den Ländern in ihren Nationalen Energie- und Klimaplänen festgelegt werden. Die Kommission überwacht die regelmäßige Berichtspflicht der Mitgliedsstaaten zum Pfad ihrer Zielerreichung.

   H

Herkunftsnachweise
Herkunftsnachweise dienen als Nachweis des Ursprungs elektrischer Energie und macht ersichtlich aus welchen Quellen der gelieferte Strom stammt. In Österreich ist jeder Lieferant gesetzlich verpflichtet auf Rechnungen und Informationsmaterial die Herkunft der gelieferten elektrischen Energie mittels Herkunftsnachweisen zu belegen.

   I

IoT | Internet of Things | Internet der Dinge
Das Internet of Things stellt eine globale Infrastruktur dar, welche es ermöglicht physische und virtuelle Geräte miteinander zu vernetzten und somit eine Zusammenarbeit möglich macht (z.B. Smart Homes).

   K

Klimaneutralität
Klimaneutralität bezeichnet die Reduktion von Treibhausgasemissionen von Aktivitäten und Prozessen auf ein Minimum bei gleichzeitiger Kompensation durch Klimaschutzmaßnahmen an anderer Stelle.

Kurzfristige Lastspitzen
Kurzzeitige Lastspitzen sind vorübergehend auftretende hohe Leistungsnachfragen im Strom- oder Wärmenetz.

KWK-Anlagen
KWK-Anlagen sind hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. In KWK-Anlagen wird gleichzeitig mechanische Energie, welche in Strom umgewandelt wird, und Wärme, welche in das Fernwärmenetz eingespeist wird, erzeugt.

kWp
Ein Kilowattpeak (kWp) ist eine Maßeinheit, die die Leistung einer Photovoltaikanlage angibt. Eine PV-Anlage mit einer Leistung von 1 kWp erzeugt im Jahr etwa 1.000 kWh Strom.

   L

Leerverrohrung
Leerverrohrungen sind beim Bau von Gebäuden vorsätzlich eingebaute leere Rohre, um auch im Nachhinein z.B. Glasfaserkabel verlegen zu können.

Level Playing Field
Ein Level Playing Field setzt die selben Rahmenbedingungen und Regeln für alle WettbewerbsteilnehmerInnen am Markt voraus.

Lieferantenverpflichtung
Ab einer Mindestabsatzgrenze von 25 GWh müssen Energielieferanten in Österreich im darauffolgenden Jahr Energieeffizienzmaßnahmen bei sich selbst oder ihren eigenen EndkundInnen nachweisen.

   M

MW
Das Megawatt ist eine Einheit für die Angabe einer Energieleistung. 1 MW entspricht einer Million Watt.

Marktprämie
Die Marktprämie wird StromerzeugerInnen, welche ihren Strom am Energiemarkt selbstständig anbieten und verkaufen, ausbezahlt.

   N

Netzanschlussleistung
Die Anschlussleistung ist die maximale Leistung die von einem Energieversorger an einer Anschlussstelle über das Netz zur Verfügung gestellt wird. Dies kann sowohl das Stromnetz, als auch das Fernwärme- oder Erdgasnetz sein.

   P

Primärenergie
Unter Primärenergie versteht man die ursprünglich vorkommende Energieform oder Energiequelle, die zur Umwandlung in elektrische Energie zur Verfügung steht. Diese wird nach Übertragungsverlusten in Sekundärenergie und schließlich zu der vom Verbraucher/von der Verbraucherin nutzbaren Endenergie umgewandelt.

Prosumer
Ein Prosumer ist KonsumentIn und ProduzentIn eines Produktes (z.B. Solarenergie) in einem. Energie wird zum Beispiel durch eine PV-Anlage am Dach produziert und von den EigentümerInnen selbst konsumiert.

   Q

Quotensystem
Unter einem Quotensystem versteht man die Verpflichtung von Energieversorgern, einen gewissen Anteil eines Energieträgers (z.B. erneuerbares Gas) in ihrem Energiemix bereitzustellen.

   R

Regelzonenführer
Damit der Energiefluss im europäischen Verbundnetz technisch kontrolliert werden kann, wurde das europäische Übertragungsnetz in Regelzonen eingeteilt. Diese werden von Regelzonenführern überwacht und verwaltet.

   S

Sektorkopplung
Die Sektorkopplung bezeichnet die Vernetzung der Sektoren der Energiewirtschaft. Dabei steht die ganzheitliche Betrachtung der Bereiche Elektrizität, Wärme- bzw. Kälteversorgung, Verkehr und Industrie im Mittelpunkt.

   T

TWh
TWh steht für Terawattstunde. Eine Terrawattstunde entspricht der erzeugten Energiemenge, die bei einer Kraftwerksleistung von 1 TW innerhalb einer Stunde umgesetzt wird. 1 TWh entspricht 1 Billion Wattstunden.

Trafo
Trafo ist kurz für Transformator. Ein Transformator wandelt mithilfe von zwei Kupferdrahtspulen und einem Magnetkern Eingangswechselspannung in Ausgangswechselspannung um. Somit kann z.B. eine Eingangsspannung von 240 Volt auf 12 Volt Ausgangsspannung transformiert werden.

   U

Umweltwärme
Als Umweltwärme oder Umgebungswärme wird die Energie aus Boden, Gewässern oder Luft bezeichnet. Sie ist eine niederwertige Energieform, die z.B. als Wärmequelle für Wärmepumpen genutzt wird.

   W

Wallbox
Wallboxen sind E-Ladestationen die an Haus- bzw. Garagenwänden platziert werden. Diese Wandladestationen kommen hauptsächlich für das Laden von E-Autos im privaten Raum zum Einsatz.

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5G | Mobiles Internet der fünften Generation
Das 5G-Mobilfunknetz bietet höhere Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s als das Vorgängernetz 4G. Darüber hinaus werden durch 5G neue Anwendungsmöglichkeiten wie z.B. IoT-Dienste möglich.