Projekt Beschreibung

Das Herzstück unserer Energieeffizienzstrategie

Mit dem Wiener Modell hat Wien Energie einen in internationalen Fachkreisen viel beachteten Weg beschritten, der zeigt, wie ein Ballungsraum wie Wien effizient mit Energie versorgt werden kann. Das Modell verbindet die Nutzung von Abwärme aus der Stromerzeugung – die sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung –, die Gewinnung von Energie aus 800.000 t Siedlungsabfall, 200.000 t Klärschlamm sowie 100.000 t Industrie- und Gewerbeabfällen jährlich, die Nutzung industrieller Abwärme sowie den Einsatz erneuerbarer Energieträger miteinander. Dies garantiert die Versorgung von rund 1,4 Mio. KundInnen mit Strom, Wärme und Erdgas. So können jährlich bis zu drei Mio. t CO2 durch maximale Effizienz eingespart werden.

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Projektdetails

Das Wiener Modell beruht auf sechs Eckpfeilern, die Wien Energie bereits in den 1960er-Jahren entwickelt hat und laufend erweitert werden. Die sechs Säulen des Vorzeigemodells lauten Ausbau erneuerbarer Energien, dezentrale Energieerzeugung, thermische Abfallverwertung, effiziente Kraft-Wärme-Kopplung, Fernkälte sowie Energieberatungen und Energieeffizienzdienstleistungen.

Die Erzeugung von Energie aus Wind-, Sonnen- und Wasserkraft, Erdwärme sowie Biomasse wird ständig ausgebaut. Viele Photovoltaik-Anlagen werden als BürgerInnen-Kraftwerke errichtet, an denen sich Privatpersonen beteiligen können. Die Möglichkeit einer Beteiligung besteht auch für Windparks. Seit 2014 wird die klassische, saubere Fernwärme um innovative Wärmeprodukte mit einem noch größeren Anteil erneuerbare Energie ergänzt – etwa über den kombinierten Einsatz von Solarthermie und Erdgas oder über das Zusammenspiel von Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen.

Die Energie, die durch das Verbrennen von Abfall gewonnen wird, wird zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Die vier Müllverbrennungsanlagen, die Wien Energie betreibt, erzeugen jährlich 1,8 Mio. MWh Fernwärme. Die bekannteste davon ist mit Sicherheit die Müllverbrennungsanlage Spittelau, die durch ihre auffällige Fassade – gestaltet durch Friedensreich Hundertwasser – zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden ist.

Wien Energie reagiert auf den Trend zur eigenen Produktion von Energie: Serviceleistungen – wie intelligente Speicherlösungen oder das Einspeisen überschüssigen Stroms ins öffentliche Stromnetz – erlauben es den KundInnen, einfach und komfortabel eigenen „grünen“ Strom zu erzeugen und zu verbrauchen.

Die Abwärme, die in den Kraftwerken bei der Stromerzeugung entsteht, wird zur Wärmeerzeugung verwendet. So wird der Energiegehalt der Brennstoffe bestmöglich genutzt: die hocheffiziente Technologie erzielt Wirkungsgrade von bis zu 86%. Die Anwendung der Kraft-Wärme-Kopplung setzt ein leistungsstarkes Fernwärmenetz voraus. Rund ein Drittel der produzierten Fernwärme, die in das rund 1.200 km lange Wiener Fernwärmenetz eingespeist wird, stammt aus der thermischen Abfallverwertung.

Um die Abwärme der Abfallverwertungsanlagen, Kraftwerke sowie aus Industrie und Gewerbe auch im Sommer sinnvoll nutzen zu können, bieten wir seit 2009 umweltfreundliche Fernkälte an.

Nicht nur in der Energieerzeugung wird auf höchstmögliche Effizienz geachtet. Wir bieten unseren KundInnen seit vielen Jahren eine breite Palette an Dienstleistungen an, um weniger Strom, Gas und Wärme zu verbrauchen.

In folgender Grafik wird das Wiener Modell visualisiert:

Wiener Modell

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