Projekt Beschreibung

Wer gewinnt die US-Klimawahl?

  • Trump oder Biden: Nach einem engen Rennen ist noch nicht klar, wer die Wahl gewinnen wird.

  • Gewinnt Biden, so möchte er mit Investitionen in Höhe von zwei Billionen US-Dollar die USA bis spätestens 2050 klimaneutral machen.

  • Trump würde hingegen fossile Energieträger weiter stärken und keine Maßnahmen für den Klimaschutz setzen.

5. November 2020

Wahl noch nicht geschlagen

Am 3. November 2020 fanden die US-Wahlen statt. Zwei Tage später gibt es noch immer kein endgültiges Ergebnis. Es ist ein knappes Rennen zwischen dem Amtsinhaber Donald Trump (Republikaner) und seinem Herausforderer Joe Biden (Demokraten), auch wenn letzterer momentan vorne liegt. Das Endergebnis könnte erst in einigen Tagen endgültig feststehen. Was bedeuten die möglichen Wahlausgänge für den Klimaschutz in den Vereinigten Staaten?

Biden möchte 2050 Klimaneutralität in den USA

Für Joe Biden stellt der Klimawandel eine existenzielle Bedrohung für den Planeten dar. Den Übergang von fossilen Brennstoffen zu Erneuerbaren sieht er als wirtschaftliche Chance. Um die Energiewende zu ermöglichen, soll der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben, die Energieeinsparung forciert, CO2-Emissionen reduziert und langfristig aus Öl, Gas und Kohle ausgestiegen werden. Dazu hat Biden ein zwei Billionen Dollar schweres Klimaschutzpaket für die USA angekündigt. Alleine 400 Milliarden US-Dollar will er in den nächsten zehn Jahren in saubere Energien und Innovationen investieren. So wie Europa sollen auch die USA bis 2050 klimaneutral sein. Er will den CO2-Fußabdruck des US-Gebäudebestands bis 2035 um 50% reduzieren und Anreize für umfassende Nachrüstungen schaffen, die die Elektrifizierung der Haushaltsgeräte, die Energieeffizienz und die saubere Stromerzeugung vor Ort kombinieren. In Summe sollen Bidens Energie- und Klimapläne zehn Millionen „saubere“ Arbeitsplätze schaffen. 

Rückblick: Trumps Klimapolitik

Trump hingegen leugnet den menschengemachten Klimawandel und bezweifelt dessen Ausmaß. Mittelpunkt von Trumps Politik ist die Wirtschaft. In seiner Regierungszeit wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen, die CO2-Reduktionsziele zu schwächen oder zu beseitigen. Unter Trump wurde nicht nur der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen beschlossen. In Summe wurden während seiner Amtszeit 125 Richtlinien und Auflagen zum Schutz von Wasser, Land und Luft (teils) außer Kraft gesetzt.  Sein erklärtes Ziel ist es, Energiekosten zu senken, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und Arbeitsplätze im Energiesektor zu schaffen. Diese sollen vor allem in bestehenden nicht-erneuerbaren Sektoren entstehen.

Der Unterschied

Welche konkreten energiepolitischen Wahlversprechen und -vorhaben haben Trump oder Biden gemacht? Mit welchen Klimaschutzzielen ist je nach Wahlausgang in den USA zu rechnen?

Klimaneutralität bis 2050

500 Mio. Solarmodule innerhalb von 5 Jahren

60.000 Windräder innerhalb von 5 Jahren

Keine Steuervergünstigung für Fossile

F&E in Nuklearenergie und Erneuerbare

Installation von 500.000 E-Ladestellen

Energieeffizienz von Gebäuden verbessern

Keine Fossilen im US-Energiesektor bis 2035

Billionen für F&E

Will Pariser Klimaabkommen wieder beitreten

Kein Emissionsreduktionsziel

Zölle auf importierte Solarmodule aus China

Lehnt Windenergie ab

Deregulierung von Klimaschutzmaßnahmen

Unterstützt Atom- und Wasserkraft

Keine Verschärfung der Kraftstoffeffizienz

Keine geplanten Initiativen im Gebäudesektor

Deregulierung von Emissionsstandards

F&E-Mittel kürzen

Aus Pariser Klimaabkommen ausgestiegen

Das Warten hat kein Ende

Der Krimi um die US-Präsidentschaft dauert weiter an. Joe Biden hat aktuell die klar besseren Chancen, Donald Trump hat aber bereits in vier besonders wichtigen „Swing States“ Rechtsmittel eingelegt. Der Ausgang ist daher noch lange nicht entschieden und somit auch noch nicht klar, wie sich die US-Klimaschutzpolitik, die zentral ist, um globale Klimaschutzbestrebungen zu erreichen, in den nächsten vier Jahren gestalten wird. Macht Joe Biden tatsächlich das Rennen, so stellt sich noch die Frage nach der Mehrheit im Senat, der maßgeblich an der US-Gesetzesgebung beteiligt ist. Aktuell sieht es so aus, wie wenn die Republikaner die Mehrheit halten würden. Dadurch wäre auch nach einem Wahlsieg Bidens die Umsetzung seiner Klimaschutzpläne in Gefahr.

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