Projekt Beschreibung

Energiespeicherung als Beitrag zur Sicherheit der Stromversorgung in Europa

  • Laut einer neuen Studie der Europäischen Kommission werden innovative Energiespeicherlösungen eine wichtige Rolle beim Übergang zu einem erneuerbaren Energiesystem spielen.

  • Der derzeit wichtigste Energiespeicher in der EU ist bei weitem der Pumpspeicher.

  • Bis 2030 werden für die EU-28 bis zu 104 GW (94 GW für EU-27) Stromspeicher erforderlich sein.

26. Mai 2020

Energiespeicher als Schlüsseltechnologie im zukünftigen Energiesystem

Um die Klimaziele im Rahmen des Europäischen Green Deal zu erreichen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wird der Einsatz flexibler Energiespeicheroptionen in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Ziel der am 8. Mai 2020 veröffentlichten Studie der Europäischen Kommission war es, einen Überblick über die europäischen Energiespeicher zu liefern, um Aussagen über Einsatzpotentiale, sowie den tatsächlichen Bedarf treffen zu können.

Pumpspeicher derzeit wichtigster Energiespeicher

Der Bedarf an Flexibilität im Energiesystem wird in den kommenden Jahrzehnten aufgrund des Einsatzes erneuerbarer Energien zunehmen. Energiespeichertechnologien werden daher zu einem zentralen Baustein, um das volle Potential des großen Anteils variabler Energiequellen im Stromnetz bestmöglich auszuschöpfen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der derzeit wichtigste Energiespeicher in der EU bei weitem der Pumpspeicher ist. Mit sinkenden Preisen entstehen jedoch neue Projekte im Bereich der Batterietechnologie – wie Lithium-Ionen-Batterien.

Weiters kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2030 ein großer Teil der Flexibilität noch durch konventionelle Kraftwerke und durch den Handel mit Strom zwischen den europäischen Ländern bereitgestellt werden kann. Um die täglichen Flexibilitäten zu gewährleisten bieten jedoch Speichertechnologien wie Batterien oder Pumpspeicher die relevanteste Lösung. So werden für die EU-28 bis 2030 bis zu 104 GW (94 GW für EU-27) Stromspeicher (Batterien und Pumpspeicher) erforderlich, wobei insbesondere stationäre Batterien von Bedeutung sein werden. Weder eine relevante noch wettbewerbsfähige Rolle wird bis 2030 die Elektrolyse zur Stromspeicherung einnehmen, für 2050 berechnet die Studie hingegen einen Bedarf von rund 550 GW, um die erheblichen Mengen an dekarbonisiertem Wasserstoff für Industrie, Mobilität und Heizung zu decken.

Anpassung der Rahmenbedingungen notwendig

Nachdem auf nationaler und EU-Ebene unterschiedliche Hindernisse für die Entwicklung von Energiespeichern festgestellt wurden, enthält die Studie mehrere Empfehlungen. Als größtes Hemmnis wird das Fehlen eines tragfähigen Geschäftsmodells für Energiespeicherprojekte identifiziert. Ebenso wird die Bedeutung zuverlässiger und regelmäßiger Daten unterstrichen. Um die Marktdurchdringung von Speichertechnologien zu beschleunigen, wird eine umfassende Aktualisierung des Rechtsrahmens gefordert, wie beispielsweise die Beseitigung der doppelten Erhebung von Netzentgelten.

Speichertechnologien in Österreich

In Österreich soll in den nächsten 5 bis 10 Jahren die Energiespeicherung durch folgenden Maßnahmen integriert werden:

  • Optimierung des Energieverbrauchs für Photovoltaikanlagen
  • Mobilität: Speicherung an Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge
  • Heizungs- / Kühlungsversorgung in Gebäuden: Komponentenintegration, Lastausgleich in intelligenten Netzen, Power-to-Heat
  • Industrie und Handel: Abwärmenutzung, Lastmanagement für Wärme und Strom, Power-to-Heat / Power-to-X
  • Speicherung in der Heiz- / Kühlversorgung: Großer Wasserspeicher in Blockheizkraftwerken an der Schnittstelle von Strom- / Gas- / Wärmenetzen, Pufferung von Stromspitzen in kritischen Netzbereichen, Nutzung des Wärmenetzes als Speicher für das Lastmanagement, saisonale Großspeicherung mit unterirdischen Speicher- / Geothermiefeldern
  • Speicherung in der Stromversorgung: Ausgleich zwischen schwankender Nachfrage und Erzeugung (kurzfristig und saisonal)

Weiterführende Beiträge

Das könnte Sie auch noch interessieren!

2020-06-04T10:50:21+02:00

Next Generation EU

Die EU-Kommission hat am 27. Mai 2020 ihr neues Instrument für den Wiederaufbau der EU Wirtschaft nach Corona vorgestellt. 750 Mrd. Euro sollen in eine klimaneutrale Wirtschaft investiert werden. Die Gelder sollen in Gebäudesanierung, Erneuerbare, Wasserstoff, Mobilität und Kreislaufwirtschaft fließen.