Projekt Beschreibung

Nachhaltige Investitionen als Antwort auf die Coronakrise

  • Eine Studie der Österreichischen Energieagentur im Auftrag von Oesterreichs Energie hebt die Relevanz nachhaltiger Wirtschaftsimpulse als Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise hervor.

  • Beim Schnüren von Konjunkturpaketen sollte aus Fehlern in der Vergangenheit gelernt werden: Der Investitionsfokus ist auf eine klimafreundliche Zukunft zu legen.

  • Die österreichische E-Wirtschaft ist Wertschöpfungs- und Beschäftigungstreiber. Besonders der Erneuerbaren-Ausbau und die Umstellung auf eine saubere Mobilität bringen uns wirtschaftlich und gesellschaftlich voran.

13. Juli 2020

E-Wirtschaft von COVID-19 negativ betroffen

Die Coronakrise erfasste unser Wirtschaftssystem mit voller Wucht. Nach zwei Wochen Lockdown waren bereits 200.000 zusätzliche Arbeitslose gemeldet, es kam zu einem deutlichen Verbrauchsrückgang und Preisverfall. Auch die österreichische Elektrizitätswirtschaft war negativ betroffen und wird noch lange mit den Folgen der geschrumpften Wirtschaftsleistung umgehen müssen.

Für die Zeit nach der Krise müssen Investitionen gefördert, Arbeitsplätze geschaffen und die inländische Wertschöpfung erhöht werden. Dabei dürfen sich Fehler, die nach der letzten großen Finanzkrise gemacht wurden, nicht wiederholen. Der Investitionsfokus muss auf eine klimafreundliche Zukunft gelegt werden.

Aus Fehlern der Vergangenheit lernen

Bei den Konjunkturpaketen infolge der Finanzkrise 2008/2009 fanden Investitionen in grüne Technologien, Innovation und Infrastruktur zu wenig Berücksichtigung. Nur knapp 29% des Gesamtvolumens österreichischer Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur bezogen sich auf diese Zukunftsbereiche.

Dabei bietet sich beim Schnüren von Konjunkturpaketen ein Fokus auf ohnehin zu lösende Herausforderungen an. Maßnahmen sollten an der Bewältigung der Klimakrise, dem Umbau unseres Energiesystems und der Digitalisierung ansetzen. So wird nebenbei das Ziel einer zukunftsfähigen Gesellschaft und Wirtschaft erreicht.

Synergien zwischen Wirtschaftsimpulsen und Klimaschutz schaffen

Um eine Synergie zwischen Wirtschaftsimpulsen und der Bewältigung der Klimakrise zu schaffen, braucht es die richtigen Investitionen. Laut Studie empfehlen führende ÖkonomInnen in erneuerbare Energien zu investieren. Denn beim Bau von Windparks oder großen Photovoltaik-Anlagen entstehen viele Arbeitsplätze. Empfehlenswert seien auch Investitionen in die thermische Sanierung von Gebäuden, den Ausbau digitaler Netze und einen klimafreundlichen Verkehr, wo sich ebenfalls positive Wachstums- und Beschäftigungseffekte erzielen lassen.

E-Wirtschaft als Konjunkturmotor

Fast fünf Milliarden Euro beträgt die Wertschöpfung aus der Erzeugung, Lieferung und dem Verkauf von sauberer Energie aus Wind, Wasser, Sonne und anderen Energieformen in Österreich. Die heimische Elektrizitätswirtschaft löst durch jede investierte Million Euro direkte Wertschöpfungseffekte in Höhe von rund 340.000 Euro sowie indirekte Effekte in vorgelagerten Wertschöpfungsketten und induzierte Einkommenseffekte von 328.000 Euro aus. Das heißt: Investiert die E-Wirtschaft drei Euro, profitiert die Gesamtwirtschaft im Ausmaß von zwei Euro zusätzlich.

Das ist ein enormer Hebel, wenn es um konjunkturbelebende Maßnahme infolge der Coronakrise geht. Die Studie empfiehlt dahingehend Inhalte des aktuellen Regierungsübereinkommens, insbesondere was die klima- und energierelevanten Maßnahmen betrifft, in rasche Umsetzung zu bringen. Angesichts der wirtschaftlichen Situation scheint eine Evaluierung, die Erhöhung des Unterstützungsvolumens und das Vorziehen von Maßnahmen angebracht, um positive Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte zu generieren.

Konjunkturbelebung durch Erneuerbaren-Ausbau

Ansetzen muss die österreichische Bundesregierung nun an einer Offensive für erneuerbare Energie. Das Unterstützungsvolumen des geplanten Erneuerbaren Ausbau Gesetzes muss sich an der Konjunkturwirkung orientieren. Zusätzlich sollten erhöhte Mittel des Klima- und Energiefonds und anderer Programme den konjunkturbelebenden Erneuerbaren-Ausbau ermöglichen. Als flankierende Maßnahme zum Ausbau erneuerbarer Energie dienen auch Programme zur Bewusstseinsbildung und Partizipation sowie politisches Commitment.

Musterbeispiel Photovoltaik-Ausbau

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik ist der Türöffner für nachhaltige Wirtschaftsimpulse. Der von der Bundesregierung vorgegebene PV-Ausbau von 11 TWh bis 2030 würde das BIP um 1,7-2,1 Mrd. Euro erhöhen. Mehr als 14.000 Arbeitsplätze könnten so binnen kurzer Zeit geschaffen werden. Das langfristige Potential liege bei fast 38.000 zusätzlichen Beschäftigten.

Dem Ausbau von Sonnenenergie sollte daher der dringend notwendige Antrieb verliehen werden: Gesetzliche Rahmenbedingungen für die Errichtung von PV-Anlagen auf Freiflächen müssen endlich geschaffen werden, denn das PV-Potential im Gebäudebereich oder auf Verkehrsflächen reicht bei weitem nicht zur Realisierung von 11 TWh aus.

Aufwertung der Energieinfrastruktur und Konjunktur

Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien, um eine nachhaltige Strom- und Wärmewende voranzutreiben, braucht es aber auch Anstrengungen zur Reduktion des Ausstoßes von klimaschädlichen Treibhausgasen im Verkehrsbereich. Dafür braucht es Anreize für eine verstärkte Durchdringung von Elektromobilität. Prämien für den Kauf von E-Autos, Steuerentlastungen sowie Erleichterungen für die Errichtung von Ladeinfrastruktur im privaten und öffentlichen Bereich zahlen nicht nur auf das Konto der heimischen Wirtschaft, sondern auch einer klimafreundlichen Zukunft ein.

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