Projekt Beschreibung

Studie: Energiespeicherung muss sich dringend erhöhen

  • Laut aktueller Studie von Eurelectric wird der EU-Speicherbedarf bis 2030 auf 500 GW geschätzt.

  • Der derzeit wichtigste Energiespeicher in der EU ist mit über 97% bei weitem der Pumpspeicher.

  • Haupttreiber für Investitionen in neue Speicherkapazitäten wären ein gestärktes Emissionshandelssystem sowie verbesserte Marktbedingungen.

20. Oktober 2020

500 GW Speicher bis 2030 

Der EU-Strommix wird zukünftig von volatilen erneuerbaren Energien dominiert. Photovoltaik und Windkraft werden zu den tragenden Erneuerbaren-Technologien. Das System muss daher große Mengen dieser fluktuierenden Energien integrieren – Energiespeicherung und Flexibilität werden somit zum zentralen Baustein. Laut einer aktuellen Studie von Eurelectric, wird der Speicherbedarf bis 2030 auf 500 GW geschätzt. Bis 2050 wird dieser aufgrund des umfassenden Ausbaus erneuerbarer Energien noch erheblich zunehmen.

Flexibilität auch bei VerbraucherInnen gefragt

Heute machen Pumpspeicherkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von über 53 GW fast den gesamten netzgebundenen Stromspeicher Europas aus (> 97%). Es stehen aber viel mehr Speichermöglichkeiten zur Verfügung: von Druckluft, über Schwungräder und Batterien bis hin zu Power-to-X-Systemen. Die verschiedenen Speichertechnologien unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihrer Speicherkapazität und Ausspeicherdauer, die von wenigen Sekunden über Stunden, bis hin zu ganzen Tagen, Wochen und Monaten reichen kann. Daraus ergeben sich unterschiedliche Einsatzgebiete im Energiesystem. In einem Energiesystem mit stark schwankender Stromproduktion muss Angebot und Nachfrage immer ausgeglichen sein, um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten. In Zukunft wird es daher immer wichtiger, dass auch flexible VerbraucherInnen für den Ausgleich sorgen (Demand-Side-Management).

Richtigen Marktrahmen schaffen

Ein gestärktes und gut funktionierendes Emissionshandelssystem sowie ein gut funktionierender Markt sollten laut Studie die Haupttreiber für Investitionen in Speicher sein. In einigen EU-Ländern sind Stromspeicher (z.B. Power-to-Gas-Systeme, Vehicle-to-Grid, Pumpspeicher) mit Doppelsteuern, Abgaben und Netzentgelten ausgesetzt. Diese sollten aufgrund der dadurch entstehenden Marktverzerrung beseitigt werden. Entscheidend ist zudem, dass VerbraucherInnen mit Elektrofahrzeugen oder anderen flexiblen Kapazitäten aktiv am Markt teilnehmen können.

Mehr F&E nötig

Einige Speichertechnologien (z.B. Batterien) haben bereits bemerkenswerte Fortschritte erzielt, auch ihre Kosten sinken rapide. Es besteht jedoch noch immer viel technisches Entwicklungspotenzial. Dahingehend sind insbesondere Mittel in Forschung und Entwicklung (F&E) und marktnahe Umsetzungsprogramme erforderlich. Auch ausgereifte Technologien, wie die Wasserkraft, könnten mittels F&E ihre Effizienz verbessern.

Voraussetzungen für den Speicherausbau

Welche Voraussetzungen müssen für den umfassenden Aufbau von Speicherkapazitäten in der EU geschaffen werden? Die Kernbotschaften der Eurelectric-Studie lauten:

  1. Gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Flexibilitätsoptionen
  2. Ein ganzheitlicher Ansatz zur Regulierung aller netzgebundenen Assets
  3. Eine schnelle Umsetzung des Clean Energy Packages
  4. Langfristige Investitionssignale dank gut funktionierender Märkte und einem starken Emissionshandelssystem
  5. Unterstützung einer stabilen Netzinfrastruktur durch Speicherdienste
  6. Mehr Flexibilität für KundInnen
  7. Wasserkraft wird eine Schlüsselrolle spielen
  8. Schaffung eines EU-Infrastrukturrahmens zur Unterstützung der Speicherbereitstellung
  9. Optimierter Genehmigungsprozess für einen schnelleren Aufbau von Speicheranlagen
  10. EU-Finanzierung für Forschung und Entwicklung in neue und bestehende Speichertechnologien

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