Projekt Beschreibung

Nichthandeln kostet Österreich jährlich 15 Milliarden Euro

  • Die direkten Kosten durch Nichthandeln in der Klimapolitik sind bereits heute beträchtlich und werden zukünftig markant ansteigen. Diese belasten insbesondere das öffentliche Budget.

  • Eine aktuelle Studie zeigt, dass die jährlichen Folgekosten bei Untätigkeit gegen die Klimakrise in Österreich bei 15 Milliarden Euro im Jahr liegen.

  • Zentral ist es, öffentliche Ausgaben auf zukunftsfähige Strukturen auszurichten, um die Coronakrise als Chance für klimagerechte Innovationen zu nutzen.

30. Juni 2020

Klarer Auftrag für mehr Klimaschutzmaßnahmen

Eine aktuelle Studie des Wegener Centers für Klima und Globalen Wandel im Auftrag des Klima- und Energiefonds hat die Kosten des Nichthandelns beim Klimaschutz untersucht. Die Studie zeigt, dass die jährlichen direkten und indirekten Folgekosten bei Untätigkeit gegen die Klimakrise bei 15 Milliarden Euro im Jahr liegen. Verursacht werden diese durch Wertschöpfungsverluste für fossile Importe (8 Milliarden Euro), umweltschädliche Förderungen (4 Milliarden Euro), wetter- und klimabedingte Schäden (2 Milliarden Euro) und Klimawandelanpassung (1 Milliarde Euro).

„Die Studie macht deutlich, wie viel für Österreich durch die Klimakrise auf dem Spiel steht. 15 Milliarden Euro an Kosten, die bereits jetzt anfallen, sind ein klarer Handlungsauftrag. Wir müssen jetzt in den Klimaschutz investieren und den Weg zur Klimaneutralität 2040 konsequent gehen,“ so Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie.

Coronakrise als Chance für klimagerechte Innovation

Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise sind stärker als erwartet und übertreffen jene der letzten Wirtschaftskrise 2007-2009. Erforderliche öffentliche Ausgaben und Investitionen zur Stimulierung der Nachfrage sollten nun auf zukunftsfähige Strukturen ausgerichtet sein, um die Bindung an fossile Technologien und Strukturen durch Innovationen zu überwinden. Der Umbau der Infrastruktur für Mobilität, Gebäude, Energie und industrielle Produktion kann durch den Abbau umweltschädlicher Subventionen und eine frühere Einführung der geplanten CO2-Bepreisung gefördert werden.

Nichthandeln belastet öffentliches Budget

Das Nichthandeln in der Klimapolitik belastet das öffentliche Budget sowohl ausgaben- als auch einnahmeseitig. Die Folgen des Klimawandels führen zu volkswirtschaftlichen Schäden und somit zu verminderten Steuereinnahmen, welche für 2050 mit 720 Millionen Euro pro Jahr beziffert werden. Auf der Ausgabenseite wirken sich Mehrausgaben zur Behebung von klimawandelbedingten Schäden, Ausgaben für Klimawandelanpassung und Kosten von klimaschädlichen Unterstützungsmaßnahmen auf das Budget aus.

Bereits heute fallen anpassungsrelevante Ausgaben von rund einer Milliarde Euro jährlich an. Diese Kosten werden sich bis 2030 auf mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr und bis 2050 auf mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr erhöhen. Zusätzlich belasten klimaschädliche Subventionen in den Bereichen Energie und Verkehr das öffentliche Budget mit über vier Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommen Ausgaben im Falle einer Nichterfüllung der österreichischen Ziele im Rahmen der EU-Klima- und Energiepolitik.

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