Projekt Beschreibung

Studie: Erneuerbaren Ausbau bringt 100.000 neue Jobs

  • Die Energiewende könnte in den nächsten zehn Jahren bis zu 100.000 neue Arbeitsplätze schaffen und die österreichische Wirtschaftsleistung um 9,8 Milliarden Euro steigern.

  • Durch die Substitution fossiler Energieproduktion könnte fast die Hälfte der bis 2030 notwendigen CO2-Reduktionsmengen erreicht werden.

  • Mit einer zukünftigen Technologieoffensive könnten die heimischen Marktanteile im Bereich der Produktionsanlagen und Speichertechnologien noch weiter ansteigen.

12. Oktober 2020

Klimapolitik als Konjunkturmotor

Österreich soll bis 2040 klimaneutral sein. Will man dieses ambitionierte Ziel erreichen, muss massiv in den Ausbau erneuerbarer Energie investiert werden. Investitionen in den Umbau des Energiesystems sorgen nicht nur für einen niedrigeren CO2-Ausstoß, sondern schaffen auch zahlreiche neue Arbeitsplätze. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Energieinstituts an der Johannes Kepler Universität Linz. Untersucht wurden dabei die Effekte des Erneuerbaren Ausbaus auf die Volkswirtschaft und die Beschäftigung.

Grüne Energie schafft grüne Jobs

Mit zusätzlichen 100.000 Jobs könne in den nächsten zehn Jahren gerechnet werden. Grundlage dafür waren die Ausbauszenarien spezifischer Technologien zur Energieproduktion und –speicherung, darunter Biogas, Wasserkraft, Photovoltaik, Pumpspeicher und Windkraft.

Die Studienautoren gingen von einem Ausbau der erneuerbaren Energieproduktion von 42 TWh aus, was etwas mehr als einem Drittel der gesamten derzeitigen heimischen Energieproduktion entspricht. 27 TWh entfallen dabei auf den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion, wie er im Erneuerbaren Ausbau Gesetz vorgesehen ist. 15 TWh kommen noch für die Sektoren Wärme, Mobilität und Industrie hinzu.

Energiewende erhöht BIP

Kurz- und langfristig ergeben sich durch den forcierten Umstieg auf Erneuerbare in Österreich positive wirtschaftliche Effekte. Der Ausbau aller betrachteten Technologien zur Produktion und Speicherung von erneuerbarer Energie steigert die Beschäftigung sowie das Bruttoinlandsprodukt.

Bei jährlichen Investitionen von 4,5 Milliarden Euro würde sich laut der Studie das BIP pro Jahr durchschnittlich um 9,8 Milliarden Euro erhöhen. Grund dafür ist zum einen die Errichtung neuer und der Ausbau bestehender Anlagen sowie deren Betrieb. Zum anderen geht mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien auch ein Rückgang der Energieimporte einher – was zugleich weniger Wertschöpfungsflüsse ins Ausland bedeutet.

Heimische Produktion stärken

Investitionsimpulse in neue Strom- und Wärmeproduktionsanlagen sowie Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energieträger als auch die Reduktion der Wertschöpfungsabflüsse durch geringere Energieimporte gelten als die ausschlaggebendsten makroökonomischen Treiber.

Die Produktion von Technologiekomponenten, Errichtung der Anlagen sowie der Betrieb generiert Wertschöpfung. Insbesondere wenn importierte Brennstoffe durch heimische Erneuerbare abgelöst werden. Die Produktion von Biomasse-Brennstoffen ist mit hoher heimischer Beschäftigung verbunden, bei den nicht-brennstoffabhängigen Erneuerbaren sind diese Effekte zwar etwas geringer, aber dennoch vorhanden.

Durch den Import der fossilen Brennstoffe fließen Erlöse größtenteils ins Ausland ab. Demgegenüber sind erneuerbare Energien stärker heimisch verwurzelt. Diese Energiequellen sind in ausreichendem Maß für einen umfassenden Ausbau vorhanden und können somit positive Effekte auf die Leistungsbilanz generieren.

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