Projekt Beschreibung

Studie: E-Mobilität schafft Jobs und Wertschöpfung

  • Die E-Mobilität ist ein absoluter Job- und Wirtschaftsmotor und birgt angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage hohe Chancen für die heimische Automobilindustrie.

  • Die Wende zur Elektromobilität könnte in der österreichischen Automobilindustrie einen Beschäftigungszuwachs von 21% auslösen und das BIP jährlich um 645 Millionen Euro steigern. 

  • Für den Durchbruch der E-Mobilität muss die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut und die rechtliche Situation des privaten Ladeinfrastrukturausbaus vereinfacht werden.

25. Jänner 2021

Elektromobilität für Klimaschutz und Konjunktur

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Der Umstieg auf Fahrzeuge mit umweltfreundlichem Antrieb dient aber nicht nur dem Klimaschutz. Die E-Mobilität ist auch ein wahrer Motor für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Angesichts der Corona-Pandemie und der negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, entpuppt sich die Mobilitätswende somit als große Chance für die heimische Automobilindustrie. Denn aktuell liegt der Exportanteil bei 86%.

Über 8.000 zusätzliche Arbeitsplätze

Im Bereich der direkten Herstellung von PKW-Komponenten birgt die Elektromobilität hohe Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotentiale. Bis 2030 könnte die heimische Wertschöpfung jährlich um 645 Mio. Euro gesteigert werden. Auch die Beschäftigung würde um 21% anwachsen: Statt derzeit 34.400 könnten es 2030 knapp 42.000 Personen sein, die direkt in der Automobil-Herstellung in Österreich beschäftigt sind. Konkret entspricht das rund 7.300 Arbeitsplätzen mehr. Durch den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur kämen weitere 1.000 potentielle Arbeitsplätze hinzu. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie vom Forschungsinstitut Fraunhofer Austria in Kooperation mit der TU Wien und der Smart Mobility Power GmbH.

Ohne Investitionen keine Entwicklung

Damit die Mobilitätswende gelingt, ist es laut Studie erforderlich, massiv in Forschung und Entwicklung sowie in die Ausbildung entsprechender Fachkräfte zu investieren. Die betroffenen Unternehmen in der Automobilbranche sollten konsequent in Richtung E-Mobilität handeln. Folgende Handlungsempfehlungen liefert die Studie dazu:

  • Steigerung des Weltmarktanteils bei der Herstellung von Traktionsbatterie-Komponenten
  • Strategische Positionierung in Nischenmärkten
  • Förderung der Kooperation zwischen Unternehmen, besonders in den Bereichen Wissenstransfer und Qualifizierung
  • Elektrifizierung im Einklang mit der Digitalisierung
  • Technologievorsprung schaffen (bspw. für wasserstoffelektrische Fahrzeuge)
  • Praxisnahe Qualifikationen, insbesondere als nebenberufliche Weiterbildungsmöglichkeiten

Ladeinfrastrukturausbau dringend notwendig

Der Erfolg der Elektromobilität steht und fällt mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur. Denn ein flächendeckendes öffentliches Ladenetz ist der zentrale Hebel, um der E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Da aber der Großteil der Ladungen zuhause durchgeführt wird, ist es wesentlich, auch die rechtliche Situation des privaten Ladeinfrastrukturausbaus anzupassen. Ein Gesetzesentwurf für das „Right to plug“, womit der Einbau von E-Ladestationen in Mehrparteienhäusern in Eigentumswohnungen erleichtert werden soll, soll demnächst vorgelegt werden.

Micha Gruber

Autor:
Micha Gruber
Public Affairs Expert,
Wien Energie

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