Projekt Beschreibung

Studie: Mehr Artenreichtum dank Photovoltaik

  • Wien Energie hat das Ingenieurbüro für Biologie und Landschaftsplanung mit der Begleitforschung einer PV-Freiflächenanlage beauftragt.

  • Erste Ergebnisse zeigen: Durch die Errichtung der PV-Freiflächenanlage kam es zur Extensivierung der Fläche und so zur ökologischen Aufwertung des Standorts.

  • Die untersuchten Flächen zeigen sich nach wenigen Jahren bereits deutlich artenreicher, was sowohl die Pflanzen- als auch die Tierwelt anbelangt, als das umliegende Agrarland.

2. Februar 2021

Ökologische Aufwertung

Welche Auswirkungen hat eine PV-Freiflächenanlage auf Natur und Landschaft? Aufschluss darüber bringen erste Ergebnisse einer Begleitforschung unserer PV-Freiflächenanlage in Guntramsdorf. Die erfreuliche Nachricht: Die PV-Freiflächenanlage zeigt auf der Ackerfläche eine weitgehend positive Wirkung auf Flora und Fauna. Durch die Sonnenstromproduktion kam es zur Brachlegung und Extensivierung der Fläche und so zur ökologischen Aufwertung des Ackerstandorts.

Neue Lebens(t)räume

Die Auswirkungen einer PV-Freiflächenanlage auf Natur und Landschaft unterscheiden sich je nach Bewirtschaftungsform. Wird als Standort für eine PV-Freiflächenanlage eine zuvor intensiv bewirtschaftete Ackerfläche genutzt, kann dies – bei extensiver Bewirtschaftung als Wiese – zu einer Aufwertung des ökologischen Zustands der Fläche führen. Hier können neue Lebensräume für verschiedene Kleinsäuger, Insekten, Vögel und Pflanzenarten entstehen. Gleichzeitig werden Schad- und Nährstoffeinträge in das Grundwasser reduziert. Eine solche Umwandlung von intensiv bewirtschafteten Ackerflächen hin zu einer PV-Freiflächenanlage auf extensiv genutzter Wiese haben wir in der Gemeinde Guntramsdorf, südlich von Wien, verwirklicht.

Artenreichtum profitiert

Für Pflanzen stellen die extensiv bewirtschafteten Bereiche zwischen den PV-Modulen gegenüber dem intensiv landwirtschaftlich genutzten Umland eine Aufwertung des Lebensraumes dar. Die untersuchten Flächen zeigten sich bereits nach wenigen Jahren deutlich artenreicher als das umliegende Agrarland. Die Ergebnisse fügen sich in den aktuellen Stand des Wissens, wonach die Vegetationsentwicklung auf den Flächen zwischen und unter den PV-Freiflächenanlagen in Abhängigkeit von Beschattung und Niederschlagseinfluss ein vielfältiges Strukturmosaik entwickeln kann. Verschiedene Arten, wie schatten- und halbschattentolerante Pflanzen, können neben den lichtliebenden Arten entstehen.

PV-Anlage als Jagd-, Brüt- und Nahrungsgebiet

Neben der Pflanzenwelt kann auch die Tiergruppe der Wirbellosen profitieren. Besonders Heuschrecken und Tagfalter fühlen sich unter den PV-Freiflächenanlagen sichtlich wohl: denn hier sind die Arten- und Individuenzahlen höher als im angrenzenden Umland. Vor allem entstehen durch PV-Freiflächenanlagen Wiesen, die im Vergleich zum Ackerland einen deutlich verbesserten Insektenlebensraum darstellen. Diese wiederum sind geeignete Nahrungsgebiete für viele Vogelarten. Zahlreiche Vogelarten können die Zwischenräume und Randbereiche von PV-Freiflächenanlagen zudem als Jagd- und Brutgebiete nutzen. Insbesondere bodenbrütende Arten wie die Feldlerche oder das Rebhuhn, die als stark gefährdete Charaktervögel massiv unter der Intensivierung der Landwirtschaft leiden. Zu Jagdzwecken werden die Module und Umzäunungen als Ansitzwarte genutzt und stellen dabei keine Jagdhindernisse dar.

Lisa Henhofer

Autorin:
Lisa Henhofer
Public Affairs Expert,
Wien Energie

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