Projekt Beschreibung

Europäische Verkehrswende nimmt Fahrt auf

  • Um den Verkehrssektor an die Zielsetzungen des Europäischen Green Deal anzupassen, legt die EU-Kommission nun Pläne für eine klimafreundliche Verkehrswende vor.

  • Die neue EU-Strategie bildet ab, wie bis 2050 eine Emissionsreduzierung von 90% im Mobilitätssektor durch ein smartes, nachhaltiges, wettbewerbsfähiges und leistbares Verkehrssystem erreicht werden kann.

  • In einem ersten Schritt sollen bis 2030 mindestens 30 Millionen emissionsfreie Fahrzeuge in Betrieb sein.

10. Dezember 2020

Nachhaltig, smart und resilient

Die verkehrsbedingten Emissionen machen rund ein Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen der EU aus. Mit welchen Maßnahmen können diese Emissionen effektiv bekämpft werden? Dazu haben Frans Timmermans, Exekutiv-Vizepräsident für den European Green Deal und Adina Valean, EU-Kommissarin für Verkehr, am 9. Dezember 2020 ihre „Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität“ vorgestellt.

Die drei Hauptziele der Strategie sind ein nachhaltiges, smartes und resilientes europäisches Verkehrssystem. Der darin enthaltene Aktionsplan mit konkreten politischen Maßnahmen aus zehn Schlüsselbereichen („flagships“) und 82 Initiativen soll in den kommenden vier Jahren als Richtschnur dienen.

30 Millionen E-Autos bis 2030

Wie bereits im European Green Deal dargelegt, müssen die Treibhausgasemissionen aus dem Verkehr um 90% gesenkt werden, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Maßnahmen, die dazu führen sollen, sind etwa die Verbreitung emissionsfreier Fahrzeuge, die Verwendung erneuerbarer und kohlenstoffarmer Kraftstoffe sowie der Aufbau der dafür erforderlichen Infrastruktur. So sollen bis 2030 drei Millionen öffentliche Ladestationen errichtet werden und mindestens 30 Millionen emissionsfreie Autos auf Europas Straßen unterwegs sein.

Zudem sieht die Europäische Kommission eine Überarbeitung der CO2-Normen für PKW und Lieferwagen vor. Die strengeren Luftschadstoffemissionsnormen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren sollen sicherstellen, dass nur zukunftssichere und emissionsarme Fahrzeuge auf den Markt kommen.

CO2 bekommt einen Preis

Erhebliche Anstrengungen sind erforderlich, wenn es um die Dekarbonisierung der Luftfahrt geht. Flugzeuge und stationierte Schiffe sollen künftig mit erneuerbarer Energie anstelle von fossiler Energie versorgt werden, um sogenannte Null-Emissions-(Flug-)Häfen zu schaffen.

Die CO2-Preisgestaltung ist der Schlüssel zur Internalisierung der Kosten für CO2-Emissionen. Für die Luftfahrt wird die Kommission einen Vorschlag zur Reduzierung der ETS-Zertifikate vorlegen, die derzeit den Fluggesellschaften noch kostenlos zugeteilt werden. Letztlich sollen die Grundsätze „polluter pays“ und „user pays“ unverzüglich bei allen Verkehrsträgern gelten, insbesondere durch eine CO2-Bepreisung, Infrastrukturgebühren und den richtigen Anreizen.

Auf geht’s Richtung Klimaneutralität!

Wie kann der Übergang zu einem umweltfreundlicheren, intelligenteren und widerstandsfähigeren Mobilitätssystem gelingen? Folgende Meilensteine zeigen auf, wie die europäischen Klimaziele erreicht werden sollen:

  • Bis 2030 sind mindestens 30 Millionen emissionsfreie PKW auf Europas Straßen unterwegs. Der öffentliche Linienverkehr auf Strecken unter 500 km ist klimaneutral. Emissionsfreie Schiffe sind marktreif. 100 europäische Städte sind klimaneutral.
  • Bis 2035 sind emissionsfreie Großflugzeuge marktreif.
  • Bis 2050 sind fast alle PKW, Lieferwagen, Busse und neue LKW emissionsfrei.

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