Projekt Beschreibung

Wien Energie unterstützt Artenvielfalt in der Stadt

Das BürgerInnen-Solarkraftwerk Wien-Liesing produziert Solarstrom für rund 400 Wiener Haushalte (entspricht einer jährlichen Produktion von 1.000 MWh). Auf einer Fläche von zwei Fußballfeldern erzeugen knapp 4.000 Solarpaneele nicht nur 100 % CO2-freien Strom und somit eine CO2-Einsparung von 400 t jährlich, sondern stellen auch eine optimale Umgebung für schützenswerte Tierarten dar. Anhand der Photovoltaik-Anlage in der Rosiwalgasse wurde nun nachgewiesen, wie mitten in der Stadt naturnaher Lebensraum entsteht und bestehen bleibt. Durch Bauweise und Vegetationspflege können sich Pflanzen und Tiere – etwa Bienen, Heuschrecken, oder Feldhamster – besonders gut ausbreiten.

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Projektdetails

Durch die Errichtung der Photovoltaikanlagen können Grünflächen (in der Stadt) langfristig gesichert werden. Diese bieten vielfältige – in unserer Kulturlandschaft mittlerweile selten gewordene – natürliche Lebensräume für Heuschrecken und Fangschrecken.

Bei den Bauarbeiten für die PV-Anlage wurden die Standortverhältnisse und Lebensraumbedingungen für die örtliche bodengebundene Fauna durch das Auflockern der Vegetationsschicht verbessert. Durch steiniges Bodenmaterial bilden sich sonnige Mikrostandorte, die den Lebensraumansprüchen zahlreicher wärmeliebender Heuschreckenarten entgegenkommen.

  • Bei der Photovoltaikanlage in der Rosiwalgasse konnten mittlerweile 13 teils geschützte Heuschreckenarten sowie die Gottesanbeterin als Fangschrecke nachgewiesen werden. Bemerkenswert ist das Vorkommen der seltenen und gefährdeten Kleinen Beißschrecke wie auch der Grünen Strandschrecke. Die Zahl der nachgewiesenen Heuschrecken und Fangschrecken ist seit 2013 gestiegen. Grund ist nicht zuletzt eine gezielte Vegetations- und Flächenpflege.
  • Rund um die Photovoltaikanlage konnten insgesamt auch vier Hamsterbaue nachgewiesen werden. Der Feldhamster besiedelt vielfältige Lebensräume wie zum Beispiel Ackerränder, Ackerbrachen, Parkanlagen oder Friedhöfe und konnte so auch in dieses Areal einwandern.
  • Oder etwa die seltene Zauneidechse: Nahe der Photovoltaikanlage konnten etwa 15-20 Jungtiere beobachtet werden. Das heterogene Vegetationsmosaik und der Wechsel aus beschatteten und besonnten Flächen dürfte das Einwandern der Art aus den umliegenden Gebieten begünstigt haben.
  • Weitere Tiere, die durch die PV-Anlage einen Lebensraum gefunden haben, sind die Krabbenspinne, Schnirkelschnecke, der Scheckhorn-Distelbock, Rosenkäfer und das Wiener Nachtpfauenauge.

In Kooperation mit dem Verein Stadtimker wurden im Frühjahr 2016 zehn Bienenstöcke errichtet. Am Rande der PV-Anlage werden Schutzwiesen für die Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Rund eine Millionen Bienen produzieren hier jährlich 100 kg Honig.

Ulli Sima

Das neue Solarkraftwerk versorgt nicht nur 200 Haushalte mit Ökostrom, sondern hilft gleichzeitig die Bienen in unserer Stadt zu schützen und die Artenvielfalt zu erhalten. Für uns ist das ein wichtiger Beitrag, um den Bienenbestand in der Stadt nachhaltig  zu sichern. In der Rosiwalgasse erhalten zehn Honigbienenvölker mit Königin und jeweils circa 100.000 Drohnen und Arbeitsbienen einen natürlichen Lebensraum. Damit bringen wir die Erzeugung von sauberem Strom mit dem Schutz von städtischen Grünoasen in Einklang.“

Ulli Sima, Wiener Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke

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