Projekt Beschreibung

Umweltfreundliche Mobilität wird günstiger

  • Seit 2020 sind die Steuern und Abgaben im PKW-Bereich vom CO2-Ausstoß abhängig.

  • Mit der E-Mobilitätsoffensive 2021 werden umweltfreundliche Fahrzeuge und die notwendige Ladeinfrastruktur mit insgesamt 46 Millionen Euro gefördert.

  • Das Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Rad wird günstiger.

1. Dezember 2020

Klimasorgenkind Verkehr

Der Verkehr ist das Klimasorgenkind. Denn alleine in Wien ist der Individualverkehr für ungefähr 40% der CO2-Emissionen verantwortlich. Mit einer ökosozialen Steuerreform will die Bundesregierung die Umstellung auf umweltfreundliche Mobilität fördern. Zusätzlich sollen Ankaufsförderungen den Umstieg auf emissionsfreie Verkehrsmittel beschleunigen. Im Jahr 2020 wurden einige Maßnahmen beschlossen, mit denen die fossilen Verbrenner ausgebremst werden sollen.

Verbrenner brennen mehr

Seit Oktober 2020 zahlen Verbrenner höhere Steuern. Ein zentrales Element der ökosozialen Steuerreform ist die Abhängigkeit der Steuern vom CO2-Ausstoß der Fahrzeuge. Dazu wurden 2020 Änderungen in der Normverbrauchsabgabe und der Kraftfahrzeugsteuer beschlossen:

  • Die Kraftfahrzeugsteuer richtet sich nun nach den realen Emissionswerten und den Leistungen der Fahrzeuge. Für einen großen SUV mit vielen PS und schlechten Emissionswerten zahlt man also mehr als für ein umweltfreundliches Elektroauto. Es sollen allerdings nicht alle SUVs stärker belastet werden. Denn verschiedene Bevölkerungsgruppen sind aus körperlichen Gründen auf diese Fahrzeugtypen angewiesen (beispielsweise auf die komfortablere Einstiegshöhe). Stärker belastet werden sollen vor allem große Luxusfahrzeuge, wie der Porsche Cayenne oder BMW X6. Die höhere Besteuerung wird erst ab einer Leistung von 65 kW schlagend. Ab dieser Leistung und einem CO2-Ausstoß von über 115 Gramm müssen pro kW und pro Gramm CO2 8,64 Euro zusätzlich bezahlt werden.
  • Die Normverbrauchsabgabe (NoVa) ist eine einmalige Abgabe beim Kauf eines Neuwagens. Merkbar teurer werden mit der Reform der NoVa Verbrenner mit schlechten Emissionswerten. Grund dafür sind neue Mechanismen in der Berechnung der Steuer. Zum einen wird der CO2-Freibetrag gesenkt. Der Grenzwert der CO2-Emissionen pro Kilometer ist ab dem Malus-Betrag zu entrichten. Zum anderen wird der Malus-Betrag erhöht und bis 2024 sogar verdoppelt.

Mehr Geld für umweltfreundliche Elektroautos

Als besonders effektives Instrument für den Durchbruch der Elektromobilität hat sich die E-Mobilitätsoffensive des Bundes dargestellt. Mit insgesamt 46 Millionen Euro wurden im Jahr 2020 sowohl der E-Fahrzeugkauf, als auch die notwendige Ladeinfrastruktur gefördert. So konnte der Anteil neu zugelassener Elektroautos bereits auf 10% erhöht werden. Aus diesem Grund wird dieses Förderpaket auch 2021 weitergeführt.

Private Elektroautos werden wieder mit 5.000 Euro gefördert, betrieblich genutzte Fahrzeuge mit 4.000 Euro. Auch die Förderschiene für Ladeinfrastruktur wird weitergeführt und erweitert. Ab 2021 werden zusätzlich gemeinschaftliche Ladelösungen in Mehrparteienhäusern mit 1.800 Euro gefördert. Wesentliche Änderung hierbei ist, dass die Förderung nicht mehr an den Fahrzeugkauf gebunden ist. Dies hat einen entscheidenden Vorteil: Künftig sind auch Bauträger, Genossenschaften oder Hausverwaltungen förderwürdig. Diese können dann Ladeinfrastruktur im großen Ausmaß errichten und für die BewohnerInnen zur Verfügung stellen. Bei der Förderung ist nicht nur die eigentliche Wallbox förderwürdig, sondern auch die notwendige Basisinfrastruktur für private Lademöglichkeiten.

Steuerbonus für klimafreundliche Mobilität

Neben der Förderung umweltfreundlicher PKWs ist auch die Förderung alternativer Mobilitätsformen essentiell. Die Ökosteuerreform sieht dafür folgende Vergünstigungen vor:

  • PendlerInnen, die öffentliche Verkehrsmittel für Arbeitswege nutzen, sind vom Sachbezug befreit.
  • Die Pendlerpauschale gibt es künftig auch für RadfahrerInnen.
  • Der selbst erzeugte Strom für Bahnunternehmen ist künftig steuerfrei.
  • Dem Tanktourismus soll ein Ende gesetzt werden: Unternehmen aus Drittländern müssen künftig die vollen 20% Umsatzsteuer bezahlen, wenn sie in Österreich tanken.

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