Projekt Beschreibung

Energiegemeinschaften: Geld sparen und Klima schützen

  • Nach den Vorstellungen von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler sollen BürgerInnen bereits ab 2021 Teil einer Energiegemeinschaft werden können.

  • Eine gemeinsame Nutzung von lokal erzeugter erneuerbarer Energie soll in Form von Erneuerbaren Energiegemeinschaften ermöglicht werden.

  • Bei Bürgerenergiegemeinschaften sollen mehrere Personen über Bundesländergrenzen hinweg in eine gemeinsame erneuerbare Anlage investieren und „rechnerisch“ den produzierten Strom verbrauchen können.

2. September 2020

Gemeinsam statt einsam

Wie kann eine nachhaltige Energiewende gelingen? Energiegemeinschaften sind des Rätsels Lösung. Gemeinsam erzeugter Solarstrom oder eine finanzielle Beteiligung an einem Windrad sollen möglichst viele Menschen für Energiegemeinschaften begeistern. Geht es nach den Vorstellungen von Klima- und Energieministerin Leonore Gewessler sollen diese ab 1. Jänner 2021 im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz gesetzlich verankert werden. Dabei sollen in Österreich zwei Modelle – Erneuerbare Energiegemeinschaften und Bürgerenergiegemeinschaften – umgesetzt werden und BürgerInnen, Vereine sowie KMUs zu aktiven TeilnehmerInnen der Energiewende machen.

Auf „grüne“ Nachbarschaft!

Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie skizziert die EU-rechtlichen Vorgaben der Erneuerbaren Energiegemeinschaften. Eine PV-Anlage am Dach produziert demnach Sonnenstrom, der lokal genutzt werden soll. Dieser wird mit jenen NachbarInnen geteilt, die keine eigenen Anlagen besitzen. Gemeinsam erspart man sich dadurch bis zu 60% der Netzkosten sowie die Elektrizitätsabgabe. Bei einem Verbrauch von 3.500 kWh mit 40% Eigenerzeugung rechnet das Ministerium dabei mit einer Ersparnis von ca. 83 Euro jährlich.

Nachhaltig über Bundesländergrenzen hinweg

Die EU-Strommarkt-Richtlinie ebnet den Weg für sogenannte Bürgerenergiegemeinschaften. Hierbei gibt es keine (Bundesländer-)Grenzen. Die Teilnahme an einer Bürgerenergiegemeinschaft soll auch ohne eigene Produktion möglich sein. Nach den Vorstellungen des Ministeriums sollen sich BürgerInnen ungeachtet des Standortes finanziell an einer erneuerbaren Erzeugungsanlage beteiligen und rechnerisch den produzierten Strom nutzen können. Nicht verbrauchte Energie kann weiterverkauft werden. Hier sparen die TeilnehmerInnen allerdings nur bei den Energiekosten, nicht aber bei den Netzkosten.

energiegemeinschaften

Grafik: Gegenüberstellung Erneuerbarer Energiegemeinschaften und BürgerInnen-Energiegemeinschaften

Wien Energie ist bereit!

Das entsprechende Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz soll mit Jahreswechsel in Kraft treten. Wien Energie ist bereit. Im Stadtentwicklungsgebiet VIERTEL ZWEI testen wir bereits seit zwei Jahren, wie künftig gemeinsam erzeugte Energie gehandelt und geteilt werden kann. Dafür bedarf es folgender Rahmenbedingungen:

  • Die Gründung sowie die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft sollte so einfach wie möglich erfolgen. Dies erlaubt eine möglichst breite Partizipation der TeilnehmerInnen.
  • Energiegemeinschaften sollen die Möglichkeit bekommen, das Anlagenmanagement, den Service und die Wartung an einen Dienstleister delegieren zu können.
  • Energiegemeinschaften sollten sich räumlich sinnvoll innerhalb eines Netzgebietes bilden können, um eine bestmögliche Nutzung der erzeugten Energie sicherzustellen.

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