Projekt Beschreibung

Gastbeitrag: Ausreichende Umweltfördermittel schaffen Wertschöpfung, Jobs und CO2-Einsparungen

  • Investitionen in die Energieforschung und Förderprogramme für Klimaschutzprojekte sind für das Erreichen der österreichischen Klimaziele von zentraler Bedeutung.

  • Wien Energie konnte dank der „Umweltförderung im Inland“ in den letzten Jahren Investitionsprojekte initiieren, die mehrere Tausend Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

  • Eine ausreichende Dotierung von klimafreundlichen Förderinstrumenten ist auch das beste Konjunkturprogramm.

21. Jänner 2021

Investieren, forschen und entwickeln

Die Umgestaltung des Energiesystems und die damit verbundenen Herausforderungen machen die Bedeutung von Forschung im Energiesektor deutlich. Wie viel investiert Österreich jährlich in die Energieforschung? Im Jahr 2019 betrugen die Ausgaben der öffentlichen Hand knapp 150 Mio. Euro. Das meiste Geld floss in den Bereich „Energieeffizienz“ (insb. E-Mobilität, Industrie und Gebäude), gefolgt von „Erneuerbaren“ (insb. Bioenergie und Photovoltaik) sowie „Übertragung und Speicher“. Nur in die Forschung zu investieren reicht jedoch nicht aus. Grundlegend ist, aus Forschungsergebnissen konkrete und erfolgreiche Geschäftsmodelle und Marktangebote zu entwickeln.

Grünes Geld abzuholen

Um innovative, klimafreundliche Forschungs- und Investitionsprojekte realisieren zu können, stehen in Österreich verschiedene Förderinstrumente zur Verfügung, beispielsweise die Förderprogramme des Klima- und Energiefonds sowie die „Umweltförderung im Inland“ des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK).

Die Betriebliche Umweltförderung im Inland (UFI) ist seit 1993 ein wichtiges Förderungsinstrument auf Bundesebene für österreichische Unternehmen, die in Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen investieren. Denn Maßnahmen, die zu einer Verringerung der Umweltbelastung führen, sind oftmals teurer als konventionelle Lösungen. Um einen Anreiz für diese höheren Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz zu schaffen, werden Förderungsmittel vom BMK bereitgestellt und zum Teil von der EU kofinanziert. Die Kommunalkredit Public Consulting managed diese Förderungen zum Schutz der Umwelt und des Klimas.

Der Klima- und Energiefonds unterstützt die Bundesregierung bei der Umsetzung ihrer Klima- und Energieziele, die im Integrierten Nationalen Energie- und Klimaplan festgelegt wurden. Mit seinen richtungsweisenden Programmen wird die Energie- und Mobilitätswende in Österreich vorangetrieben und Bewusstsein für diese Themen in der Öffentlichkeit geschaffen. Das Ziel ist die Entwicklung einer CO2-freien Wirtschaft und Gesellschaft, die Stärkung der Innovationskraft heimischer Unternehmen und die nachhaltige Nutzung regionaler Ressourcen.

Energieinnovation in Österreich

Wien Energie ist bestrebt eine aktive Rolle in der Energiewende einzunehmen und investiert nachhaltig in die Forschung sowie Umsetzung von Projekten, die eine maßgebliche CO2-Einsparung erzielen. Dank oben genannter Förderungen konnte Wien Energie wichtige Projekte von der Abwärmenutzung bis hin zur Geothermie initiieren. Diese liefern auch zentrale Erkenntnisse für weiterführende Projekte in der Zukunft:

  • Großwärmepumpen: Die Nutzbarmachung von vorhandener Abwärme ist für eine noch sauberere Wärmeversorgung essentiell. In Simmering betreibt Wien Energie die leistungsstärkste Großwärmepumpe Mitteleuropas. Sie versorgt 25.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Fernwärme. 40.000 Tonnen CO2 können somit jährlich eingespart werden. Weitere rund 22.000 Tonnen CO2 werden dank der Großwärmepumpe in der Spittelau eingespart.
  • Abwärmenutzung: Am Standort des Vienna International Centers macht Wien Energie anfallende Abwärme mittels Wärmpumpe nutzbar und speist diese in das Fernwärmenetz ein. Jährlich werden so rund 4.000 Tonnen CO2 Durch die Abwärmenutzung der Therme Oberlaa werden weitere etwa 1.800 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.
  • Geothermie: Zusätzlich betreibt Wien Energie das Forschungsprojekt GeoTief, womit die Potentiale für umweltfreundliche Wärme aus tiefliegenden Heißwasservorkommen wissenschaftlich erkundet werden. Es dient der Vermessung der Geologie im östlichen Raum Wiens. Bis 2021 wird aus dem gesammelten Datenmaterial ein 3D-Modell der Wiener Geologie angefertigt. Wird das thermisch nutzbare Potential von 700 MW in Österreich voll ausgeschöpft, können bis 2050 schätzungsweise 1,3 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.
  • E-Ladestellenausbau: Der Durchbruch der Elektromobilität ist von einer starken Ladeinfrastruktur abhängig. Bis 2020 errichtet Wien Energie daher 1.000 Ladestellen im Großraum Wien, um ein flächendeckendes E-Ladenetz zu garantieren.

Ausreichend dotierte Fördertöpfe notwendig

Die Umsetzung dieser Maßnahmen löste direkte Investitionen von über 50 Mio. EUR aus. In Summe können dank der Projekte jährlich über 70.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Ohne die genannten Förderinstrumente wäre eine Umsetzung dieser Maßnahmen, die CO2-Reduktion sowie die Auslösung der Wertschöpfung nicht möglich gewesen. Um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, den Wirtschaftsstandort zu stärken sowie die Konjunktur zu beleben, ist eine zukünftige ausreichende Dotierung dieser Förderinstrumente zwingend erforderlich.

Peter Schließelberger

Gastautor:
Peter Schließelberger
Experte für Unternehmensentwicklung,
Wien Energie

Weiterführende Beiträge

Das könnte Sie auch noch interessieren!