Projekt Beschreibung

Daten, Drohnen, Algorithmen –
Neue Kräfte am Werk

  • Zukunftsstudie identifiziert sechs treibende Kräfte des Jobwandels durch digitalen Wandel

  • Digitalisierung verlangt Qualifikationen, bei denen Mensch Robotern und Algorithmen überlegen ist

  • 2025: Jeder 3. bis 4. Job ändert sich stark in Richtung IT und Datenwissen

Völlig neue Phase am Jobmarkt

Die nächsten Jahre werden die Arbeit im Energiesektor entscheidend verändern. Digitalisierung, Dekarbonisierung und dezentrale Energieerzeugung prägen die Branche. In Kombination führen diese Faktoren zu den größten Veränderungen in der Arbeitswelt seit Jahrzehnten: Es kommt zur Umwälzung eines gesamten Industriezweiges. Zu diesem Ergebnis kommt die Job-Zukunftsstudie des Beratungsunternehmens Deloitte Österreich im Auftrag von Wien Energie.

Mensch und Maschine werden neu zusammenarbeiten

Die Automatisierung wird sich deutlich beschleunigen. Daten, Algorithmen und künstliche Intelligenz werden das Rollenverhältnis von Mensch und Maschine in Arbeitsprozessen verändern. Bei einem Aufgabenprofil eines Kraftwerktechnikers kann knapp die Hälfte der Tätigkeiten potenziell zukünftig automatisiert und von einer Maschine übernommen werden, bei einem Vertriebsmitarbeiter beträgt das Automatisierungspotenzial knapp ein Drittel.

Mit dem digitalen Wandel wird lebenslanges Lernen zur Grundvoraussetzung für erfolgreiche Karrierewege. Die Energieunternehmen stehen daher vor großen Aufgaben: der Re-Qualifizierung von Teilen der Belegschaft, der Neuaufnahme von hochqualifizierten Uniabgängern aus technischen und naturwissenschaftlichen Fächern, dem Erschließen neuer Geschäftsmodelle sowie einer Transformation der Arbeitsweisen und Unternehmenskultur”, erklärt Anna Nowshad, Director im Bereich Human Capital bei Deloitte Österreich.

Sechs treibende Kräfte der Veränderung

Technologische Innovation prägt die Energiebranche seit Jahrzehnten. Verändert haben sich jedoch die Geschwindigkeit, mit der der Wandel fortschreitet, sowie der Umfang und die Bedeutung für das Kerngeschäft der Energieunternehmen. Die Studie sieht sechs treibende Kräfte des Wandels, die auf den Arbeitsmarkt in der Energiewirtschaft und in der Industrie in den nächsten Jahren einwirken:

  1. Allgegenwärtige Technologie: Innovative Technologien dringen in alle Lebens- und Arbeitsbereiche vor
  2. Datenflut: Nie dagewesene Datenmengen in Echtzeit, die neue Erkenntnisse bringen
  3. Veränderte Kundenbedürfnisse: Gesellschaftlicher Wandel, Internet und neue Mitbewerber erfordern einen neuen Kundenfokus
  4. Digital Leadership: Führungskräfte im Spannungsfeld zwischen externen Vorgaben und neuen Geschäftsmodellen
  5. Fünf Generationen im Arbeitsleben: Innovation durch Nutzen der demografischen Vielfalt
  6. Alternative Sourcing-Strategien und neue Talente-Pools als Wettbewerbsvorteil

Technische Innovation verlangt Blick über den Tellerrand

Die Dynamik des digitalen Wandels verlangt nun von den Energieunternehmen und Beschäftigten jedoch die Auseinandersetzung mit Themen, in denen gänzlich neue Geschäftsfelder, Prozesse und entsprechende Expertisen aufgebaut werden müssen. Smartphones, Sprachassistenten und Streaming-Dienste prägen den Alltag und das Kundenverhalten. Energieanbieter, die in der Lage sind, in ebenso hoher Geschwindigkeit neue Technologien nahtlos in den Arbeitsalltag zu integrieren, benutzerfreundlich auszugestalten oder mit eigenen Geschäftsmodellen zu verknüpfen, werden daraus einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil generieren.

„Die Zahl der Beschäftigten bleibt nach unseren Erkenntnissen in der Branche relativ stabil, aber jeder dritte bis vierte Job ändert sich stark in Richtung IT und Datenwissen. Blockchain- und Drohnenspezialisten, Datenanalysten sowie Chatbot-Programmierer werden plötzlich für den Energiesektor relevant. Diese Jobs gab es vor zehn Jahren noch gar nicht“, so Michael Strebl von Wien Energie. 

Robotik reduziert Aufwand für Routinetätigkeiten

Technologien wie zum Beispiel Robotics oder Machine Learning finden Einzug in den Arbeitsalltag. Wien Energie hat hier die Weichen bereits Richtung Zukunft gestellt. So laufen derzeit mehrere Projekte zur Entlastung der Arbeit bei wiederkehrenden Tätigkeiten, etwa über Robotic Process Automation. So können etwa in einer Abteilung mit etwa fünfzehn Beschäftigten auf das Jahr gerechnet 12.000 E-Mails automatisiert bearbeitet werden, geschätzte 600 Stunden Arbeit fallen dadurch weg.

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