Project Description

Wie bauen wir Zukunft?

  • Aspekte der Nachhaltigkeit und der Energieeffizienz müssen bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Stadtplanung stärker in den Vordergrund rücken.

  • Die Einbindung innovativer Energiekonzepte und Mobilitätsangebote muss an oberster Stelle stehen.

  • Mit den entsprechenden Lösungen kann der Großraum Wien bis 2050 CO2-frei werden.

Neue Herausforderungen für die Stadtplanung

In den letzten 20 Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für die Stadtplanung stark verändert. Planungsprozesse sind komplexer und aufwendiger geworden. Neben den klassischen Themen wie Höhe, Dichte und Nutzungsmischung sollen heute verstärkt innovative Energieversorgung und Mobilitätskonzepte, Klimawandel-Anpassungsfähigkeit, Regenwassermanagement oder Windkomfort berücksichtigt werden.

Gesetzliche Regelungen entscheidend

Diese komplexe Planung stellt auch für Wien Energie eine Herausforderung dar – insbesondere aufgrund der verschiedenen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Da Energie Wohnen, Mobilität, Heizen und Strom ermöglicht, kommen hier dementsprechend viele Gesetze – von den Wohnbaurichtlinien über das Mietrecht bis zum Eigentumsrecht – zur Anwendung.

Es ist wichtig, dass gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche die Aspekte der Nachhaltigkeit und der Energieeffizienz stärker in den Vordergrund rücken. Wir sehen, dass gut gemeinte Absichten und wichtige Ziele schwierig umzusetzen sind, weil die Energieversorgung für die Bereiche Wohnen, Mobilität, Heizen und Strom in zahlreichen, unterschiedlichen Gesetzen geregelt ist“, erklärt Gudrun Senk, Prokuristin Wien Energie.

In Wien tut sich einiges

In Wien werden bereits viele Dinge umgesetzt, die in anderen Städten noch nicht möglich sind. Im VIERTEL ZWEI hat Wien Energie unter starker Einbindung der BewohnerInnen ein Pilotprojekt initiiert. In diesem Stadtentwicklungsgebiet dient eine Photovoltaik-Anlage am Dach der Nutzung von E-Mobilität sowie als Speicher, der auch den gegenseitigen Stromhandel unter den NachbarInnen ermöglicht. Da Energie heute Teil fast aller Lebensbereiche ist, muss Energieinfrastruktur gesamtheitlich gedacht werden.

“Wien Energie ist überzeugt, dass es möglich ist, mit entsprechenden Lösungen, den Großraum Wien CO2-frei zu machen. Elektromobilität ist ein wichtiger Faktor dabei, aber auch Photovoltaik im Mehrparteienhaus sowie Fernkälte zur Kühlung werden dazu beitragen“, so Gudrun Senk.

Neue Konzepte für Wärme und Kühlung

Von Bedeutung ist auch die Entwicklung von Energiekonzepten für große Wohnhausanlagen, wo etwa Erdwärme oder Niedrigenergieheizungen statt Radiatoren zum Einsatz kommen sollen, sofern es keine Fernwärme gibt. Auch das Thema der sommerlichen Überhitzung muss in die Planungen Eingang finden. Generell gilt es zu überlegen, wie man den Hitzeeintrag auf das Gebäude etwa durch Grünfassaden verringern kann, bevor man über Kühlung nachdenkt.

“Es müssen die gesetzlichen Grundlagen nicht nur für den geförderten Wohnbau, sondern auch für frei finanzierte Projekte geschaffen werden, um ökologisches Bauen zu forcieren. Bei der Wohnbaunovelle oder der Ökostromgesetzgebung hat sich einiges getan, aber wir brauchen schnellere Schritte, um den Herausforderungen gewachsen zu sein“, appelliert Gudrun Senk.

E-Ladestellenausbau in Wien schreitet voran

Ein zentraler Faktor ist natürlich, wo gebaut wird und welche Gebiete gewidmet werden, damit die Menschen möglichst ohne Auto auskommen. Nichtsdestotrotz bleibt Mobilität aber ein Grundbedürfnis. Daher muss alles daran gesetzt werden, den Verkehr umweltfreundlicher zu machen. Deswegen errichtet Wien bis 2020 zusätzliche 1.000 öffentliche E-Ladestellen. Parallel muss der Ausbau privater Ladeinfrastruktur erfolgen. Die Installation einer Wallbox zu Hause muss so einfach werden wie ein Internetanschluss.

“Natürlich geht es in erster Linie darum, Verkehr zu vermeiden. Man darf den Menschen aber ihre Individualmobilität nicht verwehren. Wir brauchen ein Gesamtkonzept für Fußgänger, Radfahrer, Anschlüsse an öffentliche Verkehrsmittel, Sharing-Angebote, Mobilitätsstationen – und das alles muss schon in der Planung berücksichtigt werden“, sagt Alexandra Madreiter, Dezernatsleiterin in der Magistratsabteilung für Stadtteilplanung und Flächennutzung.

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