Projekt Beschreibung

EU-Strommix: Erneuerbare auf der Überholspur

Europäischer Stromerzeugungsmix

Die Grafik der Woche 6/2021

Die CO2-Emissionen des Stromsektors sinken schneller als erwartet: Der Anteil erneuerbarer Energien am EU-weiten Erzeugungsmix stieg innerhalb eines Jahres um sechs Prozentpunkte. Den größten Beitrag leistet hier die Wasserkraft gefolgt von Windkraft, Biomasse und Solarenergie. Der Anteil der fossilen Energien ging um sieben Prozentpunkte zurück, wobei sich der Ausstieg aus der Kohle beschleunigte. So war 2020 auch das Jahr, in dem europaweit erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen als in Kohle- und Gaskraftwerken produziert wurde. Das ist zwar ein erfreuliches Ergebnis, aber bei weitem nicht genug: denn immer noch ein Viertel der Stromproduktion entfällt auf die Atomkraft. Und auch der jährliche Import von Strom, der außerhalb der EU produziert wird, stieg in den letzten fünf Jahren von drei TWh auf über 20 TWh. Um den Import von Kohlestrom aus Drittländern zu vermeiden, muss die EU dringend Maßnahmen zur Förderung der inländischen erneuerbaren Stromproduktion ergreifen. Denn der importierte Kohlestrom verursacht zwei- bis dreimal mehr CO2 als europäischer Strom.

2030 sollen 60% der Stromerzeugung aus Erneuerbaren stammen. Da die Elektrifzierung in vielen Sektoren voranschreitet, bedarf es zahlreicher Maßnahmen, um diese Absicht zu unterstützen. Insbesondere der Umschwung auf E-Autos und Wärmepumpen erfordert den Ausbau der Strominfrastruktur. Mehrere Faktoren, unter anderem lange Genehmigungsverfahren, behindern derzeit aber noch den Bau neuer Stromerzeugungs- und Speicheranlagen sowie den Netzausbau. Doch kann das angestrebte EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 nur erreicht werden, wenn jährlich 100 TWh Strom aus Erneuerbaren zugebaut werden, was einer Verdoppelung zum Jahr 2020 entspricht. Ohne Nachschärfung der Nationalen Energie- und Klimapläne käme die EU anstatt der erforderlichen 100 TWh nur auf 75 TWh jährlichen Zubau.

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2021-04-06T13:44:04+02:00

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