Projekt Beschreibung

Erkundung des Potenzials für erneuerbare Wärme

GeoTief ist ein Forschungsprojekt zur Vermessung der Geologie im östlichen Raum Wiens. Es geht dabei um die wissenschaftliche Erkundung der Potenziale für umweltfreundliche Wärme aus tiefliegenden Heißwasservorkommen. Dazu fanden Seismik-Messungen mit 16.000 Sensoren an der Erdoberfläche statt, die 2018 beendet wurden. Das gesamte Datenmaterial aus den Messungen wird nun wissenschaftlich ausgewertet. Bis 2021 wird damit ein 3D-Modell der Wiener Geologie angefertigt. Die Kosten für die Untersuchungen belaufen sich auf rund 5 Mio. Euro.

0
0
0 Mio.

Weil Bilder mehr als 1.000 Worte sagen

Machen Sie sich selbst ein Bild von unserem GeoTief Projekt!

Projektdetails

Wissenschaftlich fundiert und am höchsten Stand der Technik erforscht und vermisst GeoTief den östlichen Raum Wiens. Damit wird die Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Geothermienutzung in der Zukunft geschaffen. Zahlreiche Unternehmen und wissenschaftliche Institutionen sind in das Projekt eingebunden. Der gesamte Prozess läuft für die Öffentlichkeit transparent ab. Die Bevölkerung vor Ort wurde über die Messungen direkt informiert.

Basierend auf Erfahrungen und Daten der letzten Jahrzehnte lässt sich ein Potenzial an grüner Wärme durch Geothermie, also der Nutzung von tiefen Heißwasservorkommen, vermuten. Das bestehende Fernwärmenetz in Wien könnte damit noch effizienter und nachhaltiger werden. Ziel dabei ist es, den Anteil an erneuerbarer Energie in der Fernwärmeversorgung zu erhöhen. Die Geothermie – als grundlastfähige Energieform – könnte eine wesentliche Rolle dabei spielen. Durch die Geothermie könnte die Abhängigkeit der Stadt Wien von fossilen Energien verringert und die Versorgungssicherheit erhöht werden.

Seismische Messungen werden seit Jahrzehnten überall auf der Welt durchgeführt, um die geologischen Strukturen und Gesteinsschichten im Untergrund zu erkunden. Mit Seismik-Messungen kann der Untergrund wie mit einem Echolot untersucht werden. Die Messungen finden ausschließlich an der Erdoberfläche statt. Entlang von Straßen und Wegen werden Schwingungen in die Tiefe gesandt.

Das Signal wird im Untergrund reflektiert und von Sensoren, die in der Nähe der Messfahrzeuge ausgelegt sind, aufgezeichnet. Mit der Seismik kann ein Abbild des Untergrunds erstellt werden, welches Informationen über die Lage und die Mächtigkeit von potenziellen wasserführenden Gesteinsschichten im Untergrund liefert.

Die Ergebnisse werden mit modernster Rechnertechnik und dem Fachwissen von ExpertInnen wissenschaftlich ausgewertet und mit bisher bekannten Daten zusammengeführt.

Karl Gruber

„Ziel des Projekts ist es, eine Grundlage für die Entscheidung zu schaffen, ob und in welchem Ausmaß Geothermie in Zukunft auch für Wien genutzt werden kann. Im Idealfall könnte die Wärme aus der Tiefe der Erde zukünftig hunderttausende Wiener Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme und Warmwasser versorgen. Das wäre ein wesentlicher Beitrag zu einer massiven CO2-Reduktion in Wien.“

Karl Gruber, Geschäftsführer Wien Energie

Weiterführende Beiträge

Das könnte Sie auch noch interessieren!

2020-09-08T10:35:57+02:00

Energiewende im Gebäudesektor

Eine weitgehende Dekarbonisierung im Gebäudesektor kann nur erreicht werden, wenn neue Gebäude im Niedrigstenergiestandard gebaut sowie bestehende Gebäude umfassend saniert werden und die Wärme- bzw. Energieversorgung der Gebäude schrittweise auf erneuerbare Energieträger umgestellt wird.

2020-08-25T10:56:24+02:00

Wärmepumpen

Mit Wärmepumpen können Gebäude umweltschonend beheizt und gekühlt werden. Sie beziehen ihre Energie im Schnitt zu etwa 75% aus frei verfügbarer Umweltwärme und können in Verbindung mit Effizienztechnologie einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor leisten.

2020-08-13T14:24:06+02:00

Einsatzgebiete von Wasserstoff

In welchen Bereichen grüner Wasserstoff primär eingesetzt werden sollte, zeigt eine aktuelle Studie des Fraunhofer-IEE auf. Priorisiert wird darin der Einsatz in Industrie, Kraftwerksbetrieb und Verkehr, während die Nutzung in der Raumwärme aufgrund Alternativen als nachrangig angesehen wird.