Project Description

Jetzt Weichen für die österreichische Energiewende stellen

  • Energiewende ganzheitlich denken und Maßnahmen ergreifen

  • Ausbau der Photovoltaik für bilanziell 100% erneuerbaren Stromverbrauch bis 2030

  • Hocheffiziente KWK-Anlagen sichern, um Angebotsschwankungen der volatilen Erneuerbaren auszugleichen

  • Fernwärme fördern, um Wärmewende zu ermöglichen

  • Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen, um Verkehrssektor langfristig CO2-frei zu machen

Maßnahmen für eine ganzheitliche Energiewende gefordert

Es ist höchste Zeit, um den Weg für eine erneuerbare Energiezukunft für Österreich zu ebnen. Strategien und Szenarien wurden ausgearbeitet, Ziele definiert. Was nun folgen muss, sind konkrete Maßnahmen, um das Energiesystem der Zukunft jetzt umzusetzen. Dabei bedarf es einem ganzheitlichen Ansatz. Energiewende meint mehr als Stromwende. Es gilt, im gleichen Ausmaß auch eine Wärmewende voranzutreiben. Denn der Wärmesektor ist für die Hälfte des Endenergieverbrauchs Österreichs verantwortlich. Parallel muss eine Verkehrswende eingeläutet werden, um nachhaltige Mobilitätslösungen zu etablieren.

Photovoltaik-Ausbau für Klimaziele essentiell

Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, den Stromverbrauch 2030 zu 100% bilanziell aus erneuerbaren Energien abzudecken. Dafür werden 22-27 Terawattstunden (TWh) zusätzlicher Strom aus Erneuerbaren benötigt, wobei der Großteil (bis zu 15 TWh) aus Solarenergie bewerkstelligt werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, muss somit ein entsprechendes Förderbudget aufgestellt werden und Investitionshindernisse für Photovoltaik-Aufdachanlagen (wie z.B. im Wohnrecht) beseitigt werden. Da durch die Errichtung von kleinen PV-Anlagen auf Dächern jedoch nur ein geringer Beitrag zur Zielerreichung geleistet wird, ist es dringend erforderlich, auch Freiflächen für die Solarstromproduktion zu nutzen. Dahingehend bedarf es einer Überarbeitung der förderwürdigen Flächenkategorien, um die Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen auch auf Verkehrs-, Industrie- oder qualifizierten Grünflächen zu ermöglichen und somit Klimaziele zeitgerecht erreichen zu können.

Versorgungssicherheit muss oberste Maxime der Energiepolitik sein

Da der Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung zu tageszeitlichen und saisonalen Versorgungslücken führt, braucht es ausreichende Ausgleichs- und Regelenergiekapazitäten, um die Angebotsschwankungen der volatilen Erneuerbaren auszugleichen. Da Batterie- oder Pumpspeicher diese Lücken nicht decken können, sind die effizienteste und ökologischste Möglichkeit zur Deckung hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. Um ihren Bestand zu sichern, müssen Betriebsförderungen möglich sein. Außerdem müssen Neuinvestitionen in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen ermöglicht werden, insbesondere da diese zukünftig auch mit Grünem Gas betrieben werden können.

Fernwärmeversorgung als wesentlicher Beitrag für eine erneuerbare Wärmezukunft

Die Wärmewende ist entscheidend für den Erfolg beim Klimaschutz, hat aber noch kaum begonnen. Um den Ausstieg aus Fossilen in Gebäuden zu vollziehen, braucht es einen raschen Ausbau der Fernwärme, die als günstigste Wärmemaßnahme zur Dekarbonisierung in Städten gilt. Dafür bedarf es einer ausreichenden Dotierung des Wärme- und Kälteleitungsausbaugesetzes sowie einer angemessenen Förderung für die Einbindung von Abwärme und Umweltwärme in das Fernwärmesystem. Zusätzlich braucht es umfangreiche Förderungen für den Einsatz erneuerbarer Fernwärme aus Geothermie sowie Verwaltungsvereinfachungen bei ihrer Gewinnung. Da Großwärmepumpen in Zukunft knapp ein Fünftel der Fernwärme abdecken werden, müssen auch hier die richtigen Anreize, wie z.B. Befreiung der Ökostrompauschale oder Investitionsförderungen, gesetzt werden.

CO2-freier Verkehr braucht entsprechende Infrastruktur

Österreichs Ziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor bis 2030 auf mindestens 14% zu erhöhen und Treibhausgasemissionen um ein Drittel zu reduzieren. Ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung dieser ambitionierten Ziele wird der Umstieg von Verbrennern auf elektrisch betriebene Fahrzeuge sein. Einen maßgeblichen Hebel für den Durchbruch der Elektromobilität stellt der Ausbau von Ladestationen dar. Es braucht daher einerseits Änderungen im Wohn- und Baurecht, um private Ladeinfrastrukturprojekte rascher durchführen zu können sowie die vorgelagerte Infrastruktur für Ladestationen zu standardisieren und zu fördern. Andererseits braucht es Änderungen im Mess- und Eichgesetz, um eine kundenfreundliche Verrechnung nach getankten Kilowattstunden sowie die Preisanzeigen auf Sichtfenstern öffentlicher Ladestationen und internetfähigen Endgeräten zu ermöglichen.

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