Projekt Beschreibung

Wir kühlen Wien umweltfreundlich an Hitzetagen

Immer längere Hitzeperioden lassen den Bedarf nach umweltfreundlicher, platzsparender Gebäude-Klimatisierung stark steigen. Wien Energie setzt daher auf den massiven Ausbau von umweltfreundlicher Fernkälte. Bis 2024 investieren wir 65 Mio. Euro in die Erzeugung von Fernkälte, bei der Abwärme (die bei Verbrennungsprozessen entsteht) in umweltfreundliche Kühlenergie umgewandelt wird. Aktuell betreiben wir ein zwölf km langes Fernkältenetz mit 16 Fernkältezentralen. Die Gesamtleistung liegt bei 130 MW. Das entspricht über 2.500.000 m² klimatisierter Bürofläche.

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Machen Sie sich selbst ein Bild von unserer Fernkältezentrale!

Projektdetails

Wien Energie bietet seit 2007 Fernkälte als „grüne Kälte“ an heißen Tagen an. Diese smarte Technologie nutzt Abwärme zum Antrieb der Kältemaschinen und spart im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen rund 50% CO2 ein.

Fernwärme wird im Sommer ebenso wie im Winter zur Wärmeversorgung und Warmwasseraufbereitung erzeugt und gleichzeitig zur Herstellung der umweltfreundlichen Fernkälte eingesetzt. Dieselben Energiequellen, die für die Erzeugung von Fernwärme benutzt werden, kann man auch als Antriebsenergie für Kältemaschinen verwenden. Sogenannte „Absorptionskältemaschinen“ nutzen Abwärme aus Industrie, KWK-Anlagen oder Abfallverbrennung, die das ganze Jahr zur Verfügung stehen. Wie bei der Fernwärme werden die Objekte zentral versorgt (oder auch dezentral, dann wird eine Kältezentrale beim Verbraucher errichtet). Isolierte Rohre transportieren das auf 6°C gekühlte Wasser zu den KundInnen. Mit etwa 16°C fließt es zur neuerlichen Abkühlung wieder zurück.

Gegenüber herkömmlichen Klimaanlagen ist vier bis zehnmal weniger Primärenergie nötig, das macht Fernkälte zu einer smarten Kühllösung. Weitere Vorteile der Fernkälte: Im Vergleich zu Klimaanlagen sind Fernkältemaschinen platzsparend, leise und optisch unauffällig. Und, der Kühlprozess findet dank der zentralen Produktionsanlage von Wien Energie nicht bei jedem Gebäude einzeln statt, damit bleibt auch die Umgebung der NutzerInnen kühl und erwärmt sich nicht.

Aktuell sorgen in Wien insgesamt 16 Fernkältezentralen dafür, dass es auch an Hitzetagen kühl bleibt. Über das mehr als 12 km lange Fernkältenetz mit einer Fernkälte-Gesamtleistung von rund 130 MW versorgt Wien Energie KundInnen in der gesamten Stadt. Das entspricht 250 Fußballfeldern.

Bisher deckt das Leitungsnetz der Spittelau vor allem den Bereich um die Heiligenstädter Lände bzw. entlang des Währinger Gürtels ab. Wichtige, öffentliche Gebäude wie das AKH, die BOKU oder das Ö3-Gebäude in der Muthgasse werden von hier mit umweltfreundlicher Kälte versorgt.

Im Juli 2019 wurde eine neue, zusätzliche Versorgungsleitung Richtung Franz-Josef-Bahnhof angeschlossen. Erstmals beziehen hier auch 80 Privatwohnungen am Althangrund Fernkälte.

Die Errichtung einer zusätzlichen Verbindung Richtung Döbling beginnt demnächst. Besonders groß ist die Nachfrage nach Fernkälte aber in der Wiener Innenstadt. Herkömmliche Klimaanlagen benötigen im Vergleich zu einer Fernkälteversorgung deutlich mehr Platz. Zudem widersprechen die für Klimaanlagen erforderlichen Rückkühler am Dach vielfach dem Denkmalschutz und beeinflussen das Mikroklima negativ.

Wien Energie plant deshalb im ersten Bezirk eine flächendeckende Kälteversorgung anbieten zu können. In einem ersten Schritt wird im Herbst 2019 eine neue, zusätzliche Fernkältezentrale am Stubenring im Bereich der Alten Post errichtet. 10 MW Kälteleistung werden vorerst installiert. Die Inbetriebnahme ist im Frühjahr 2021 geplant.

Anfang Juli 2020 hat Wien Energie eine neue Art der Kühlung im Rahmen eines ASCR-Forschungsprojektes präsentiert: die Fußbodenkühlung. Diese unterscheidet sich in einigen Punkten von der bereits bekannteren Fernkälte. Im Gegensatz zur Fernkälte, entsteht die produzierte Kälte der Fußbodenkühlung direkt im Haus. Bei ihr wird eine Wärmepumpe an die bestehende Haustechnik angeschlossen und – vereinfacht gesagt – an warmen Tagen kühles statt warmes Wasser in die Leitungen der Fußbodenheizung gespeist.

Die Fußbodenkühlung kühlt – wie der Name schon verrät – über die bestehende Technik im Boden. Wasser mit etwa 21 Grad wird durch die Heizschlaufen der Fußbodeninstallation geschickt. Damit kann der Raum angenehm temperiert und um bis zu fünf Grad runtergekühlt werden. Die Fußbodenkühlung nimmt die Wärme aus den Wohnungen auf. Diese wird entweder zur Warmwasseraufbereitung im Wohnhaus genutzt oder ins Fernwärmenetz eingespeist. Vor allem in jüngeren Wohngebäuden ist eine entsprechende Heiztechnik im Fußboden häufig vorhanden, die für die Temperierung genutzt werden kann.

Nachstehende Grafik zeigt, wie die Fernkälte-Erzeugung funktioniert.

So funktioniert Fernkälte

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