Projekt Beschreibung

Fernkälte als umweltfreundliche Alternative zur Klimaanlage erstmals für Wohnungen

  • Klimawandel: Wien wird in 20 Jahren gleich viel Energie für Wärme wie für Kälte aufwenden

  • Hitzewellen fordern umweltfreundliche Lösungen für das Raumklima zuhause

  • Wien Energie liefert erstmals Fernkälte an PrivatkundInnen

  • Bis 2024 investiert Wien Energie 65 Mio. Euro in den Ausbau der umweltfreundlicher Fernkälte

30. August 2019

Wien schwitzt unter dem Klimawandel

Wien wird in den kommenden Jahren zu jenen Städten gehören, die besonders stark vom Klimawandel und den damit verbundenen Wetterextremen betroffen sind. Die andauernden Hitzewellen bringen auch immer mehr Klimaanlagen und Kühlmöglichkeiten in die Stadt. Schon jetzt gehen ExpertInnen davon aus, dass bis 2020 gleich viel Energie in Wärme wie in Kälte fließen wird.

Erstmals Fernkälte für Wohnungen

Was bisher nur für GroßkundInnen wie das AKH, die BOKU oder das Ö3-Gebäude in der Muthgasse möglich war, ist seit Juli 2019 nun auch für 80 Privatwohnungen am Althangrund im 9. Wiener Gemeindebezirk Wirklichkeit. Der im Vorjahr errichtete Neubau „Althan Park“ ist das erste Gebäude Wiens, in dem Privatpersonen ab sofort Fernkälte beziehen können.

„Wien gehört zu den europäischen Hauptstädten, die stark vom Klimawandel betroffen sein werden. Die Hitzetage nehmen massiv zu, eine umweltfreundliche Kühlung ist das Gebot der Stunde. Großes Potential liegt hier in der Fernkälte, die wir jetzt auch selektiv für Neubauten im Privatkundenbereich anbieten können. Mit Althan Park starten wir hier ein komplett neues Feld, weitere Gebäude – vor allem in den Wiener Stadtentwicklungsgebieten – werden folgen“, so Michael Strebl von Wien Energie. 

So funktioniert Fernkälte

Ein Großteil der Kühlenergie bei Fernkälte kommt aus Abwärme von Verbrennungsprozessen. Im Sommer ist Wärme aus der Müllverbrennung in Wien der wichtigste Energieträger für die Kühlung. Als Antriebsenergie wird Wärme anstelle von Strom verwendet. Dadurch können Strom und Treibhausgasemissionen eingespart werden. Über ein eigenes Fernkältenetz wird auf etwa 5-6 Grad Celsius abgekühltes Wasser direkt zu den Abnehmern transportiert und dort über die eigenen Kühlsysteme in den Gebäuden verteilt. Diese Kühlsysteme sind wesentlich platzsparender als herkömmliche Klimaanlagen.

Wien Energie kühlt die Stadt

Aktuell sorgen in Wien insgesamt 16 Fernkältezentralen dafür, dass es auch an Hitzetagen kühl bleibt. Über das mehr als zwölf km lange Fernkältenetz mit einer Gesamtleistung von rund 130 MW versorgt Wien Energie KundInnen in der gesamten Stadt. Das entspricht über 2.500.000 m² klimatisierter Bürofläche oder 250 Fußballfeldern. In den nächsten fünf Jahren investiert Wien Energie rund 65 Mio. Euro in den Ausbau der Fernkälte. Dies entspricht einem Wachstum des Fernkältenetzwerks um 10-15% pro Jahr.

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