Projekt Beschreibung

Selbst erzeugten erneuerbaren Strom verkaufen

  • Dezentrale Energieerzeugung nimmt bei der Umgestaltung des europäischen Energiemarktes einen immer größeren Stellenwert ein

  • Im Mittelpunkt des neu gestalteten Energiemarktes der Zukunft stehen aktive Verbraucher als „Prosumer“

  • Zwei EU-Richtlinien schaffen rechtliche Rahmenbedingungen für die Errichtung von Energiegemeinschaften

  • Umsetzung der Energiegemeinschaften soll in Österreich im Rahmen einer ElWOG Novelle ermöglicht werden

10. September 2019

Rahmenbedingungen für neues Strommarktdesign

Mit der Richtlinie für den Ausbau erneuerbarer Energien sowie der Richtlinie mit gemeinsamen Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt wurden auf EU Ebene maßgebliche Änderungen für den Energiemarkt der Zukunft beschlossen. Beide Richtlinien sehen den Energieverbraucher als aktives Mitglied („Prosumer“) im Mittelpunkt der Energiewende. In Form von Energiegemeinschaften soll es in erster Linie HaushaltskundInnen ermöglicht werden, aktiv an der Transformation des Energiesystems teilzunehmen. Für „Erneuerbare Energiegemeinschaften“ sowie „Bürgerenergiegemeinschaften“ gilt es bei der Umsetzung in nationales Recht klare gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Energiegemeinschaften mit zentraler Rolle

Als Mitglieder von Erneuerbaren Energiegemeinschaften sollen Prosumer –  unter Beibehaltung ihrer Rechte – erneuerbare Energie zu einem begünstigten Ortstarif erzeugen, verbrauchen und verkaufen können. Die rechtlichen Bestimmungen hierfür definiert Artikel 22 der Erneuerbaren Richtlinie. Neben Strom sollen Mitglieder einer Erneuerbaren Energiegemeinschaft auch Wärme und Kälte erzeugen und teilen können. Bürgerenergiegemeinschaften dürfen gemäß Artikel 16 der Strommarktrichtlinie zudem den erneuerbaren Strom verteilen und aggregieren sowie Energieeffizienz- und Ladedienstleistungen anbieten. Eine geografische Nähe der Mitglieder ist in diesem Fall nicht notwendig. Optional soll auch eine länderübergreifende Teilnahme sowie das Errichten und der Betrieb von Verteilnetzen ermöglicht werden.

Was mit dem Ökostromgesetz im Mehrfamilienhaus rechtlich möglich geworden ist, soll mit dem Clean Energy Package der EU noch ausgedehnt werden. Wir sind überzeugt, dass in Zukunft viele Energiegemeinschaften entstehen werden”, erklärt Michael Strebl, Geschäftsführer von Wien Energie.

Erneuerbarer Strom fürs Viertel ZWEI

Wien Energie testet in einer der ersten Energiegemeinschaften Europas, dem Viertel Zwei, ein innovatives Projekt wie überschüssige, selbst produzierte Energie gekauft, verkauft oder lokal gespeichert werden kann. Mithilfe neuer Technologien wie Blockchain kann dies vollautomatisch über Plattformen geschehen. Wien Energie wird neben einem Stromspeicher auch Projekte für eine innovative Wärme- und Kälteversorgung mit Wärmepumpen, lokalem Fernwärmenetz und einer Kältezentrale als zusätzlichen Bestandteilen für Energiegemeinschaften im Viertel Zwei errichten. Dafür investiert Wien Energie mehr als zwei Mio. Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Weiterführende Beiträge

Das könnte Sie auch noch interessieren!

2020-03-27T14:03:39+01:00

Energiebericht der Stadt Wien

Die MA 20 – Energieraumplanung der Stadt Wien präsentierte den aktuellen Energiebericht 2019. Wien hat weiterhin den mit Abstand niedrigsten Energieverbrauch im Vergleich zu den anderen Bundesländern. Bereits ein Drittel des Wiener Energieverbrauchs werden durch erneuerbare Energien und Abwärme gedeckt.

2020-03-27T13:52:35+01:00

Das neue Regierungsprogramm

Sebastian Kurz und Werner Kogler präsentierten am 2. Jänner 2020 das Türkis-Grüne Regierungsprogramm. Das Thema Klimaschutz steht im Fokus. Hauptziel ist es, Österreich bis 2040 klimaneutral zu machen - 10 Jahre vor dem EU-Ziel. Bis 2030 soll eine 100% (national bilanziell) Versorgung mit Ökostrom gesichert sein.