Projekt Beschreibung

Wien am Weg in eine neue Energiezukunft

  • Die MA 20 – Energieraumplanung der Stadt Wien präsentierte den aktuellen Energiebericht 2019.

  • Wien hat weiterhin den mit Abstand niedrigsten Energieverbrauch im Vergleich zu den anderen Bundesländern.

  • Bereits ein Drittel des Wiener Energieverbrauchs wird durch erneuerbare Energien und Abwärme gedeckt.

6. Februar 2020

Anteil erneuerbarer Energieträger nimmt zu

Im aktuellen Energiebericht von Wien mit umfassendem Datenmaterial aus dem Jahr 2017 wurden die strategischen Konzepte für Wiens Energiezukunft, Energieprojekte sowie Kennzahlen zu Themen wie Energieverbrauch, Energieeffizienz und erneuerbare Energien veröffentlicht.

Zusätzlich wurde wie jedes Jahr ein Energieflussbild der Stadt Wien aufbereitet. Damit wird aufgezeigt, wie viel Energie zur Versorgung der Stadt benötigt wird, aus welchen Energieträgern die Energie stammt und in welchen Bereichen diese zum Einsatz kommt. Der Bruttoinlandsverbrauch von Wien betrug im Jahr 2017 43.280 GWh.

Um diese Energiemenge ausschließlich mittels Photovoltaik zu erzeugen, wären zwei Drittel der Fläche Wiens notwendig. Derzeit werden 14% der benötigten Energie auf Wiener Stadtgebiet und größtenteils aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Ein Großteil der Energie, etwa 88%, wird aus dem Umland importiert. Etwa 1,5% der Energie werden wieder exportiert. Hauptenergiequellen sind zwar immer noch Gas und Erdöl, in den letzten Jahren ist der Anteil erneuerbarer Energieträger aber auf über 16% angestiegen.

Energieeffizienz in Wien gestiegen

Energieeffizienz ist Voraussetzung für die Dekarbonisierung und die Erreichung der Klimaneutralität. Schon seit den 90er Jahren nimmt die Energieeffizienz in Wien stetig zu. Grundlegend dafür waren die Umstellung auf Fernwärme aus hocheffizienter Kraft-Wärme-Koppelung sowie die Einführung der Förderung für die thermisch-energetische Wohnhaussanierung. Ein Wohnungsneubau benötigt heutzutage um die Hälfte weniger Heizenergie als noch vor zehn Jahren. Weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, unter anderem im Rahmen des Städtischen Energieeffizienz-Programms (SEP), haben dazu geführt, dass im Zeitraum von 2006 bis 2015 jährlich rund 180 GWh eingespart werden konnten. Somit konnte der Endenergieverbrauch in Wien trotz starkem Bevölkerungszuwachs leicht reduziert werden.

Im Gegensatz dazu steigt auf nationaler Ebene der Energieverbrauch seit dem Jahr 2015 wieder an und war im Jahr 2017 um rund 3% höher als noch im Jahr 2010. Und das obwohl das Bundes-Energieeffizienzgesetz sich zum Ziel gesetzt hat, den Endenergieverbrauch bis 2020 um rund 5% gegenüber 2010 zu verringern.

Mehr Klimaschutz durch Novellierung der Wiener Bauordnung

Im November 2018 wurde die Wiener Bauordnung novelliert und brachte wesentliche Neuerungen in den Bereichen Klimaschutz, erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Zudem erfolgte eine Abänderung der Flächenwidmungs- und Bebauungspläne, die seitdem die Stadt Wien ermächtigt sogenannte Energieraumpläne zu verordnen. Durch die Verbindung von Stadtplanung und Energieplanung sollen die vorhandenen Ressourcen bestmöglich ausgeschöpft und die Planung besser aufeinander abgestimmt werden. Mit der Verordnung von Energieraumplänen in der Wiener Bauordnung können Klimaschutz-Gebiete festgelegt werden, die vor allem das Heizungs- und Warmwasserbereitungssystem von Neubauten beeinflussen.

Energie und Klimaschutz: Wien in Zahlen

  • Der Energieverbrauch pro Kopf ist in Wien der geringste in ganz Österreich. Zuletzt lag er bei rund 20.300 kWh gegenüber dem österreichischen Durchschnitt von etwa 33.200 kWh.
  • Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase ist seit dem Jahr 1990 um rund 33% gesunken.
  • Trotz starkem Bevölkerungswachstum ist der Energieverbrauch der Stadt seit 2005 leicht rückläufig.
  • Der Anteil erneuerbarer Energieträger steigt in Wien weiter an und liegt derzeit liegt bei 16,1%.
  • Die WienerInnen besitzen in Relation zur EinwohnerInnen-Zahl die wenigsten Autos aller Bundesländer (376 Pkws pro 1.000 EinwohnerInnen).
  • Bereits 73% aller Verkehrswege werden mit Öffis, Fahrrad oder auch zu Fuß bewältigt.

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