Projekt Beschreibung

Keine Energiewende ohne Energiespeicherung

  • Claudia Gamon, EU-Abgeordnete der liberalen Fraktion „Renew Europe“, stellte am 26. Februar 2020 ihren Berichtsentwurf zum Thema Energiespeicherung vor.

  • In ihrem Bericht ruft sie die Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission dazu auf, eine umfassende Strategie zur Speicherung von Energie auszuarbeiten, um das Potenzial voll auszuschöpfen.

  • Bei der Vorstellung stellte sie die für Speicher wichtige Themen wie die Lebenszyklusanalyse der unterschiedlichen Technologien sowie Sektorintegration in den Vordergrund.

27. Februar 2020

Eine gemeinsame Strategie zur Energiespeicherung

Die zunehmende Dezentralisierung und ein wachsender Anteil erneuerbarer Energie erfordern eine verstärkte Integration von Speichern in unser Energiesystem. Um den EU-weit hohen Grad der Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, braucht es sowohl im Strom- als auch im Wärmebereich innovative und kosteneffiziente Möglichkeiten der Energiespeicherung. Als Mitglied im Energieausschuss des EU-Parlaments fordert Claudia Gamon in ihrem Initiativbericht daher eine umfassende Strategie zur Energiespeicherung, welche diese Herausforderungen aufgreift.

Regulatorische Hürden beseitigen

Bereits in den Verhandlungen zur EU-Richtlinie mit gemeinsamen Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt wollte das Parlament die bestehende Doppelbelastung mit Steuern und Abgaben für Energiespeicher abschaffen. Diese doppelte Belastung auf gespeicherten Strom ist ein zentrales Hemmnis für den (Aus-)Bau von Speichern. Claudia Gamon fordert die Kommission nun auf, die Doppelbesteuerung im Zusammenhang mit Energiespeicherprojekten abzuschaffen. Die EU-Kommission soll dies im Rahmen der angekündigten Überarbeitung der Energiesteuer-Richtlinie entsprechend überarbeiten. Auch die angestrebte Überprüfung der Leitlinien für staatliche Umweltschutz- und Energiebeihilfen soll den Beitrag verschiedener Speichertechnologien, unter anderem zur Netzstabilität, berücksichtigen.

Die Rolle von Grünem Gas als Energiespeicher 

Neben Pump-, Batterie- und Gasspeichern zur Speicherung von Wasserstoff bzw. grünem Gas können künftig auch untertägige Porenspeicher als Energiespeicher dienen. Die unterschiedlichen Standards der Mitgliedsstaaten für die Beimischung von Wasserstoff haben zur Folge, dass es keine EU-weit gültigen Mindeststandards gibt. Die Forderung des Initiativberichts greift daher in vielen Teilen die Handlungsempfehlungen der Studie zu den Potenzialen der Sektorkopplung auf. Hindernisse und Lücken in Zusammenhang mit Wasserstoff und Grünem Gas müssen beseitigt werden. Es bedarf sowohl Investitionen als auch EU-weiten Standards für die Beimischung von grünem Wasserstoff ins Gasnetz.

Nachhaltige Batteriespeicher 

Noch verzeichnet Europa eine geringe Produktionskapazität für Batterien. Aus diesem Grund wurde die Europäische Batterieallianz damit beauftragt einen strategischen Aktionsplan für Batterien umzusetzen. Damit dieses Vorhaben so nachhaltig wie möglich geschieht, soll im Rahmen der Überarbeitung der Batterie-Richtlinie ein Recyclingziel für Lithium-Ionen-Batterien in Betracht gezogen werden.

Fernwärmenetze als thermische Speicher

Auch die TEN-E Verordnung zu Leitlinien für die transeuropäische Energieinfrastruktur soll im Einklang mit den European Green Deal überarbeitet werden. Claudia Gamon begrüßt, dass Fernwärme– und Fernkältenetze im Rahmen der überarbeiteten „Connecting Europe Fazilität“ für eine Finanzierung in Betracht kommen. Gleichzeitig fordert sie die Kommission und die Mitgliedsstaaten auf Fernwärmenetze weiter auszubauen.

Wien Energie begrüßt Initiativbericht 

Für Wien Energie ist das Thema Energiespeicher von großer Bedeutung. Im Dezember 2019 haben wir als zusätzlichen Bestandteil für die Energy Community im Viertel Zwei einen Stromspeicher mit einer Kapazität von rund 70 kWh errichtet. Dieser sorgt für eine höhere Effizienz, vergrößert den Eigenverbrauch und stellt eine Entlastung für das Netz dar.

Begrüßenswert ist, dass der Bericht alle verfügbaren Technologien zur Energiespeicherung erwähnt. Als nächsten Schritt haben die Mitglieder des Energieausschusses die Möglichkeit Änderungsanträge einzureichen. Eine Abstimmung über den Bericht im zuständigen Energieausschuss wird im Juni erwartet.

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