Projekt Beschreibung

E-Mobilität: Bund macht 46 Millionen Euro locker

  • Mit der E-Mobilitätsoffensive 2021 werden umweltfreundliche Fahrzeuge und die notwendige Ladeinfrastruktur mit insgesamt 46 Millionen Euro gefördert.

  • Privatpersonen, Betriebe, Gebietskörperschaften und Vereine können sich so auch im Jahr 2021 den Ankauf von Elektrofahrzeugen und Zweirädern fördern lassen.

  • Jeder privat angeschaffte E-PKW wird weiterhin mit 5.000 Euro bezuschusst. Die Ladeinfrastruktur kann erstmals losgelöst vom Fahrzeugkauf zur Förderung eingereicht werden.

19. Jänner 2021

E-Mobilitätsförderung wird fortgesetzt

Die Emissionen aus dem Verkehr müssen drastisch reduziert werden, um die Klimaziele zu erreichen. Mit einer Förderung für Elektromobilität soll die Trendwende hin zum umweltfreundlichen Individualverkehr vorangetrieben werden. Dafür stellt das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) für das Jahr 2021 insgesamt 46 Millionen Euro zur Verfügung.

Förderungen für Private

Für private Förderwerber beinhaltet das neue Förderpaket weitreichende Neuerungen. Neben äußerst sinnvollen Änderungen in den Förderkriterien finden sich auch gänzlich neue Förderschienen im Paket wieder:

  • Die Wallbox bzw. ein intelligentes Ladekabel ist ab sofort unabhängig vom Fahrzeugkauf förderfähig.
  • Die Wallbox muss von einem konzessionierten Elektrofachbetrieb installiert und bei ≥ 3,6 kVA beim Netzbetreiber gemeldet werden.
  • Material- und Montagekosten sowie die Kosten der baulichen Basis-Infrastruktur für Gemeinschaftsanlagen in einem Mehrparteienhaus sind förderfähig. Nicht förderfähig sind hingegen Netzentgelte.

Im Detail gelten ab 2021 folgende Fördersätze:

  • E-PKW: 5.000 €
  • Plug-In Hybrid: 2.500 €
  • E-Zweirad: bis zu 1.200 €
  • E-Transportrad: 1.000 €
  • E-Leichtfahrzeug: 1.300 €
  • Wallbox im Einfamlienhaus: 600 €
  • Wallbox im Mehrfamilienhaus (OCPP fähig): 900 €
  • Wallbox im Mehrfamilienhaus als Teil einer Gemeinschaftsanlage (OCPP fähig): 1.800 €

Förderungen für Betriebe, Gebietskörperschaften und Vereine

Die Fördersätze für Betriebe, Gebietskörperschaften und Vereine sind Pauschalfördersätze, welche auf maximal 30% der förderfähigen Kosten begrenzt sind. Nachfolgend aufgelistete Förderungen werden grundsätzlich nach der Umsetzung gewährt (gemäß De-Minimis-Regelung):

  • E-PKW: 4.000 €
  • Plug-In Hybrid: 2.000 €
  • Leichtes E-Nutzfahrzeug: bis zu 12.500 €
  • E-Kleinbusse: bis zu 24.000 €
  • E-Leichtfahrzeug: 1.300 €
  • E-Zweirad: bis zu 1.200 €
  • E-Fahrrad: 400 €
  • E-Transportrad: 1.000 €

Öffentlich zugängliche E-Ladeinfrastruktur mit nicht-diskriminierendem Zugang

Öffentlich zugängliche E-Ladeinfrastruktur wird gefördert, wenn jeder Ladepunkt in das E-Control-Register eingetragen wurde und an der Ladeeinrichtung oder im Web der ad-hoc Preis ausgewiesen ist. Die Förderhöhe ist wie folgt gestaffelt:

  • AC-Normalladepunkt mit mindestens 11 kW bis ≤ 22 kW: 2.500 €
  • DC-Schnellladepunkt mit < 100 kW: 15.000 €
  • DC-Schnellladepunkt mit ≥ 100 kW: 30.000 €

Für eine nachvollziehbare und transparente Abrechnung des Ladestroms ist die Maßeinheit Kilowattstunde (kWh) zu verwenden. Dabei bleibt es den anbietenden Unternehmen unbenommen, neben der Abgabe von Strom nach kWh andere verbrauchsunabhängige Preisbestandteile, wie ein Einmalentgelt je Ladevorgang oder eine Abgeltung des „Besetzthaltens“ der Ladesäule in Form einer Parkgebühr oder ähnliches, zu erheben. Weiters ist eine nicht-diskriminierende Roamingfähigkeit sowie eine faire und nicht-diskriminierende Gestaltung der Roaming-Gebühren sicherzustellen.

Betriebliche Ladeinfrastruktur ohne öffentlichen Zugang

Die betriebliche Ladeinfrastruktur ist unabhängig vom Fahrzeugkauf förderfähig, muss aber von einem konzessionierten Elektrofachbetrieb installiert und bei ≥ 3,6 kVA beim Netzbetreiber gemeldet werden. Weiters muss die Ladeinfrastruktur kommunikationsfähig und in ein Lastmanagement integrierbar sein. Es gelten folgende Fördersätze:

  • AC-Normalladepunkt mit ≤ 22 kW (intelligent und OCPP-fähig): 900 €
  • DC-Schnellladepunkt mit < 50 kW: 4.000 €
  • DC-Schnellladepunkt mit ≥ 50 kW bis < 100 kW: 10.000 €
  • DC-Schnellladepunkt mit ≥ 100 kW: 20.000 €

Förderangebote für den systemischen Ansatz für E-LKW, E-Busse und E-Flotten

Bei E-LKW, E-Bussen und E-Flotten (inkl. Wasserstoff) müssen die Fahrzeuge gemeinsam mit dem Auf- und Ausbau der Infrastruktur systemisch geplant werden. Eine Umsetzung soll bedarfsorientiert, mit einer entsprechenden betriebswirtschaftlichen Auslastung und einer gemeinsamen Projektentwicklung von Fahrzeugen und Infrastruktur erfolgen.

Hier gelten folgende Fördersätze:

  • E-Nutzfahrzeug: bis zu 60.000 €
  • E-Bus: bis zu 130.000 €
  • AC-Normalladepunkt mit ≤ 22 kW (intelligent und OCPP-fähig) – in Kombination mit E-Nutzfahrzeug bzw. E-Bus: 1.350 €
  • DC-Schnellladepunkt mit < 50 kW – in Kombination mit E-Nutzfahrzeug bzw. E-Bus: 6.000 €
  • DC-Schnellladepunkt mit ≥ 50 kW bis < 100 kW – in Kombination mit E-Nutzfahrzeug bzw. E-Bus: 15.000 €
  • DC-Schnellladepunkt mit ≥ 100 kW – in Kombination mit E-Nutzfahrzeug bzw. E-Bus: 30.000 €

Die Antragstellung der aufgelisteten Förderungen muss vor der ersten rechtsverbindlichen Bestellung von Leistungen, vor Lieferung, vor Baubeginn oder vor einer anderen Verpflichtung, die die Investition unumkehrbar macht, erfolgen (gemäß AGVO).

Multimodale Mobilitätsknoten

Ein Multimodaler Mobilitätsknoten (MMK) ist ein Platz oder Bereich im öffentlich zugänglichen Raum an dem mehrere Verkehrsmittel miteinander verknüpft werden. Den Ausgangspunkt eines Multimodalen Mobilitätsknotens bildet eine bestehende oder neu errichtete Haltestelle des öffentlichen Verkehrs in deren unmittelbarer Nähe bzw. direkt in die Haltestelle integriert zusätzliche emissionsfreie Mobilitätsdienstleistungen errichtet werden. Die Angebote können von der Einbindung des Fuß- und Radverkehrs bis hin zu Carsharing, Taxidienstleistungen (wie auch Anrufsammeltaxis) oder auch Leihwagenangeboten reichen. Weiters ist darauf zu achten, dass die Interoperabilität mit bereits bestehenden österreichischen Systemen in anderen Städten und Regionen gewährleistet ist (z.B. TIM Graz, TIM Linz). Multimodale Mobilitätsknoten werden mit bis zu 50.000 € pro Knoten gefördert. Auch hier muss die Antragstellung vor der ersten rechtsverbindlichen Bestellung von Leistungen, vor Lieferung, vor Baubeginn oder vor einer anderen Verpflichtung, die die Investition unumkehrbar macht, erfolgen (gemäß AGVO).

Als Fördervoraussetzung müssen mindestens drei dieser vier Elemente integriert werden:

  • Emissionsfreies Taxiangebot (z.B. emissionsfreier Taxistandplatz in MMK integriert)
  • Emissionsfreies, stationsgebundenes Carsharing
  • Öffentlich zugängliche Ladepunkte gemäß BGBl. I Nr. 38/2018 idgF
  • Leihrad- und /oder Fahrradabstellplätze
Micha Gruber

Autor:
Micha Gruber
Public Affairs Expert,
Wien Energie

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