Projekt Beschreibung

Einblicke in die „Fortschrittskoalition“ für Wien

  • Michael Ludwig und Christoph Wiederkehr präsentierten am 16. November 2020 die Eckpunkte des rot-pinken Regierungsprogramms, wobei der Klimaschutz im Fokus steht. 

  • Kernstück des Koalitionsabkommens ist ein neues Klimaschutzgesetz, mit dem der Weg zur Klimaneutralität Wiens bis 2040 bereitet werden soll.

  • Die erneuerbare Energieerzeugung soll verdoppelt und Wien zur Solarhauptstadt Europas werden.

17. November 2020

Neuer Vertrag für die Klimamusterstadt

Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Das will die neue rot-pinke Stadtregierung sicherstellen. Am 16. November 2020 präsentierten die Vertreter der Koalitionsparteien SPÖ und NEOS die Eckpunkte des ausverhandelten Koalitionsvertrags. Neben einer neuen Ressortverteilung stehen auch im Energie- und Klimabereich einige Neuerungen an. Ein zentrales Kernstück ist ein neues Klimaschutzgesetz. Mit diesem Gesetz soll der Weg Wiens zur Klimaneutralität 2040 bereitet werden. Erreicht werden soll dies mit einer Vernetzung der Bereiche Strom, Verkehr, Wärme und Abfall.

Verdopplung der Erneuerbaren

Um das ambitionierte Klimaziel erreichen zu können, soll die erneuerbare Energieerzeugung innerhalb des Stadtgebietes – im Vergleich zum Jahr 2005 – verdoppelt werden. Projekte zur Steigerung des Erneuerbaren-Anteils im Wärme- und Strombereich sollen zu diesem Zweck optimal unterstützt werden.

Solarhauptstadt Wien

Wien soll die Solarhauptstadt Europas werden. Um dieses Vorhaben zu erreichen, wurden konkrete PV-Ausbauziele von 250 MWp bis 2025 und 800 MWp bis 2030 festgelegt. Besondere Potentiale werden hier bei der Mehrfachnutzung von Flächen gesehen, sowie auf temporär ungenutzten Flächen. Dafür sollen entsprechende Fördertöpfe aufgesetzt werden und die Bauordnung angepasst werden. Alle bestehenden erneuerbaren Stromerzeugungsanlagen sollen bis 2030 bestehen bleiben. Auch das ungenutzte Potential von Gebäuden im Bereich der Speicherung und Bereitstellung von Energie soll stärker genutzt werden. Künftig sollen Gebäude auch eine aktive Rolle beim Lastmanagement für Elektrizität und Wärme spielen.

Umweltfreundliche Wärmeversorgung

Innerhalb der nächsten Jahre soll ein Konzept erarbeitet werden, wie die Wiener Wärmeversorgung bis 2040 dekarbonisiert werden kann. Die Dekarbonisierung der Fernwärme soll mittels Geothermie, Nutzung von Umgebungs- und Abwärme sowie Einbindung betrieblicher Abwärme vorangetrieben werden. Der Fernwärmeausbau soll weiter intensiviert und ein massiver Ausbau der Fernkälte unterstützt werden. Ebenso soll die Entwicklung von Erzeugungstechnologien für Grünes Gas und Wasserstoff gefördert werden. Genutzt werden sollen diese Gase in hocheffizienten KWK-Anlagen oder anderen hoch energetischen Anwendungsbereichen, jedoch nicht in der Raumwärme.

Auch die Förderung thermischer Sanierung von Gebäuden soll forciert werden. Ein neuer rechtlicher Rahmen soll eindeutig regeln, unter welchen Bedingungen Wohnbauförderungen gewährt werden. Mit einer Novelle der Sanierungsverordnung sollen Förderungen angepasst werden. Laufende Zuschüsse werden zu einmaligen Zuschüssen umgewandelt, während die Zuschüsse für thermisch-energetische Sanierungen erhöht werden.

Elektroautos auf dem Vormarsch

Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen im Verkehr halbiert werden. So auch der Anteil von PendlerInnen, die nach Wien kommen. Der Wirtschaftsverkehr innerhalb des Stadtgebietes soll bis 2030 weitestgehend CO2-frei sein. Die Wiener Taxi-, Mietwagen- und Carsharing-Flotten sollen bis 2025 vollständig auf Elektroautos umgestellt werden. Dafür muss die nötige Ladeinfrastruktur bereitgestellt werden. Nach der Installation von 1.000 Ladestellen bis Ende 2020 soll ein flächendeckendes Schnellladenetz errichtet werden. Im Neubau und bei Sanierungen ist die Basisinfrastruktur für Elektroladestationen in der Bauordnung verpflichtend. Auch im öffentlichen Verkehr sind Maßnahmen geplant: Bis 2023 soll ein erster Teil einer Elektro- und Wasserstoffbusflotte geschaffen werden.

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