Project Description

Die erste Agrarphotovoltaik-Anlage Österreichs

Sonnenstrom erzeugen und die Fläche gleichzeitig landwirtschaftlich nutzen: Mit Österreichs erster Agrarphotovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 22,5 kWp setzt Wien Energie neue Maßstäbe für die Gestaltung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Mit diesem innovativen Konzept können landwirtschaftliche Flächen doppelt und um 60% effizienter genutzt werden. Die Pilotanlage mit 60 bifazialen, also doppelseitigen, vertikal montierten Modulen wurde Ende Oktober 2019 in Guntramsdorf in Betrieb genommen.

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Projektdetails

Guntramsdorf (NÖ) ist bereits eine Vorreitergemeinde in der Sonnenstromerzeugung. Seit 2015 erzeugt hier eine der größten Photovoltaikanlagen Österreichs Strom für hunderte Haushalte. Mit der innovativen Erweiterung dieser Anlage zeigt sich, dass sich die traditionelle Landwirtschaft und ausgeklügelte Energieerzeugungsformen nicht ausschließen. Im Gegenteil: Die LandwirtInnen profitieren nun nicht nur von der Nahrungsmittel-, sondern auch von der Stromernte. Mit diesem Pilotprojekt können die vielseitigen positiven Effekte in der Praxis für den Landwirtschaftsstandort Österreich erstmalig veranschaulicht werden.

Eine Agrarphotovoltaik-Anlage unterscheidet sich sowohl in der Funktion der Module, als auch in der Positionierung dieser. Die Module können auf der Vorder- und Rückseite Strom erzeugen. Sie werden im Gegensatz zu regulären Freiflächen-Anlagen nicht schräg Richtung Süden angebracht. Stattdessen stehen sie senkrecht, wodurch sie das Sonnenlicht auf beiden Seiten aufnehmen können. Die Anordnung erfolgt Richtung Osten bzw. Westen – damit gelingt ein besonders hoher Stromertrag.

Abgesehen vom besonders hohen Stromertrag durch die Ost-West-Ausrichtung, kann die Grundfläche durch die Anordnung in Bahnen weiterhin bewirtschaftet werden. Das bringt auch weitere Vorteile mit sich: Agrar-PV-Anlagen dienen den Ackerkulturen als Bodenschutz durch ihren Schattenwurf. Sie reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung auf den Boden sowie die UV-Belastung, vermindern den Wasserverbrauch und schützen den Boden vor Austrocknung. Somit können die Erträge erhöht und die regionale Wertschöpfung gesteigert werden.

Um den optimalen Einsatz von Agrarphotovoltaik sicherzustellen, wird gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) eine Analyse der neuen Technologie durchgeführt. Erste Ergebnisse der Lebenszyklusanalyse zeigen, dass der CO2-Einsparungseffekt hoch ist, wenn vertikale, zweiseitige Photovoltaik-Module auf einem Kartoffelacker zum Einsatz kommen. Die detaillierten Ergebnisse sollen im Frühjahr 2020 präsentiert werden.

Die Kombination aus Landwirtschaft und Energieerzeugung birgt enorme Synergieeffekte. Wenn Österreich seine Klimaziele erreichen will, braucht es bis 2030 einen umfassenden Ausbau der Photovoltaik von bis zu 15 Terawattstunden. Die zusätzlich benötigten Erzeugungskapazitäten werden nicht nur durch Dachflächen-Anlagen realisiert werden können, vielmehr müssen wir in Zukunft auf naturverträgliche Photovoltaik-Freiflächen Anlagen setzen.

Josef Taucher, Energiesprecher SPÖ Wien

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